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08.06.2010 - 21.12 Uhr
Freier Wähler Reiskirchen bilanzierten Jahr 2009
Reiskirchen (gal). Ein herausragendes Ereignis im vergangenen Jahr war für die Freien Wähler Reiskirchens (FW) die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes an Karl Heinz Scherer, dessen Arbeit für die Allgemeinheit damit gewürdigt wurde und auf dessen Mitarbeit die Freien Wähler stolz sind.
Dies war auch Thema in der Mitgliederversammlung in der Gaststätte »Zur Traube in Lindenstruth. Der Vorsitzende Steffen Rysse begrüßte die Teilnehmer und gab mit dem Fraktionsvorsitzenden Gerhard Albach einen Überblick über die Aktivitäten des vergangenen Jahres.
Die FW hatten die Verringerung der Zahl der Mitglieder von Gemeindevertretung und Gemeindevorstand beantragt, was aber letztlich am Nein der SPD-Fraktion gescheitert sei. Hier hätte der Öffentlichkeit gezeigt werden können, dass auch die Gremien selbst bereit seien, zu sparen, meinen die FW. Und: Mit kleineren Parlamenten sei es sicherlich einfacher, auch schwerwiegende Entscheidungen zu treffen.
Von den Freien Wählern beantragt und beschlossen wurde die Aufstellung von Transportkarren auf den Friedhöfen. Passiert sei aber noch nichts. Auch schon lange zurückliegende Anträge hätten stabile Mehrheiten in der Gemeindevertretung gefunden, sie seien jedoch vom Bürgermeister immer noch nicht umgesetzt worden, wie beispielsweise die Suche nach Grünpaten (Antrag vom Juni 2007), die Prüfung aller Hallenverträge (Antrag vom August 2007) oder die energetischen Untersuchungen der gemeindlichen Gebäude, zu denen es sogar Angebote von Firmen bereits Anfang 2009 gegeben habe.
Große Probleme bestünden deshalb nach wie vor mit der Arbeit des Bürgermeisters, »der es einfach nicht schafft, die Verwaltung ordentlich zu organisieren, zu überwachen und die Gremien rechtzeitig zu informieren«. Ein »klassisches Beispiel« hierfür sei die vor kurzem bekannt gewordene »unglaubliche Kostensteigerung« bei der Renovierung der Decke der Sport- und Kulturhalle in Saasen von fast 50 Prozent, nämlich 123 000 Euro. Die Aussage des Bürgermeisters, er habe davon erst zwei Tage vor der Sitzung erfahren, »ist eine unfassbare Aussage des Chefs der Verwaltung«, so die FW.
Zu dieser Einstellung passe ebenfalls die Aussage auf Fragen nach »bereits erfolgten und wohl auch bezahlten Planungsaufträgen: Er habe keine vergeben«. Es sei schon schlimm genug, wenn der Bürgermeister von offensichtlich vergebenen Aufträgen nichts weiß, solch eine Aussage zeuge jedoch nicht von Führungsstärke.
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