Ein Herz und ein glückliches Händchen für die Vierbeiner
Reiskirchen (mes). Robin Kühn wohnt in Lindenstruth und hat selbst einen jungen und gesunden Airedale Terrier namens »Watson«. Trotzdem möchte er sich einmal wöchentlich bei Siegfried Bauer (Tierschutzverein »Sorgenfelle«) um alte und kranke Pflegetiere kümmern.
Ein Herz für Tiere: der neunjährige Robin Kühn aus Lindenstruth.
Der Neunjährige kann es nicht leiden, wenn Menschen oder Tiere schlecht behandelt werden. Deshalb hat er auch noch eine Patenschaft für »Tobi« und »Lucky« übernommen. Diese finanziert er alleine von seinem Taschengeld. »Tobi« wurde von den Besitzern abgegeben, weil sie mit ihm überfordert waren. Für den 16-jährigen Labrador-Mix gab es zunächst keinen Platz in den umliegenden Tierheimen, sodass ihm schon die Einschläferung drohte.
»Lucky« wurde vom Veterinäramt Wetterau beschlagnahmt. Er hatte eine schwere Verletzung am rechten Vorderlauf. Mit Ringelblumensalbe, Lasertherapie und Training auf dem »Unter-Wasser-Laufband« wurde versucht, die Muskeln im Vorderlauf wieder zu aktivieren. Bauer hofft auf eine baldige Genesung.
Die meisten Pflegetiere des Vereins werden in den verschiedenen Pflegestellen »aufgepeppelt«, um anschließend in »gute Hände« abgegeben werden zu können. Zur Zeit kümmert sich Bauer mit seiner Frau Gerda um 15 Katzen und zwei Hunde. Da kommt Robins Unterstützung gerade recht. »Ich wünsche anderen Tieren, dass sie nicht herkommen müssen, sondern zu Hause ein schönes Leben haben«, sagt Robin.
Seine Mutter, Tanja Kühn-Stamm, ist sehr stolz auf ihren Sohn. Er habe sich freiwillig die Unterstützung dieses Vereins ausgesucht. Neben dem Fußballspielen soll die Tierpflege ein weiterer Ausgleich zum stressigen Schulalltag sein. »Wir machen jedes Jahr Urlaub auf dem Bauernhof. Robin verbringt die ganze Zeit bei den Tieren. Egal ob Kühe, Schweine, Hunde oder Katzen, ihm liegen alle Tiere am Herzen«, erzählte Kühn-Stamm. Bauer erläuterte Robins Aufgaben. »Er hilft beim Füttern, beim Training mit den Hunden und geht mit ihnen spazieren. Auch die Streicheleinheiten kommen nicht zu kurz.« Bauer ist genauso erstaunt über Robins Engagement und geistige Reife wie Robins Mutter. »Er nimmt seine Aufgabe hier sehr ernst. Er hatte schon immer eine ausgeprägte soziale Ader«, sagte Kühn-Stamm.
Robin möchte wenn er erwachsen ist vielleicht auch beruflich mit Tieren arbeiten. Aber das weiß er noch nicht so genau. Mit seinem kleinen Bruder wollte er schon immer einen Bauernhof führen, auf dem er die Arbeit mit den Tieren übernimmt und sein Bruder für die Traktoren zuständig ist. Bauers Verein wurde im Februar offiziell gegründet. Er ist selbst Mitglied in einigen Tierschutzorganisationen. »Der Vorteil ist, dass man einen Rabatt beim Tierarzt bekommt und Spenden entgegennehmen darf«, erläutert Bauer. Inzwischen hat der Verein 15 Mitglieder und fünf Pflegestellen. Zu Bauers Pflegestelle in Saasen, kommen weitere in Staufenberg, Rodenhausen und Marburg (Info unter www.tsv-sorgenfelle.de) (Foto: mes)