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Deponie-Rückbau in Reiskirchen derzeit teurer als Ertrag

Artikel vom 18.10.2011 - 10.54 Uhr

Deponie-Rückbau in Reiskirchen derzeit teurer als Ertrag

Reiskirchen (la). Begünstigt durch Sonnenschein waren am Sonntag über 100 Kreis-Gießener der Einladung auf die ehemaligen Abfalldeponie des Landkreises in Reiskirchen gefolgt. Der etwas andere Sonntagsspaziergang war ein Angebot des Institutes für Ressourcenmanagement der Justus-Liebig-Universität Gießen.

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Weit mehr als 100 Kreis-Gießener hatten am gestrigen Sonntag Interesse an einem informativen Spaziergang über die ehemalige Kreis-Mülldeponie bei Reiskirchen, wo Prof. Dr. Stefan Gäth von der Universität Gießen mögliche Rückbauszenarien erörterte. (Foto: la)
Das Thema: »Einfälle für Abfälle«. Kernthese: In einer Deponie lagern womöglich mehr Wertstoffe, als dass man sie für viele Millionen Euro für immer verschließt, sie also rekultiviert, wie das gemeinhin umschrieben wird. Längst ist diese Forschung weithin anerkannt, über den Landkreis hinaus ist die Rede von »urban mining«.

Unter fachkundiger Leitung von Prof. Dr. Stefan Gäth (Wettenberg) galt es, verborgene Schätze zu entdecken. Schließlich befinden sich auf der 2001 geschlossenen Deponie etwa 2,1 Millionen Kubikmeter Material. Gäth zeigte sich erfreut am großen Interesse: Die Teilnehmerzahl sei Beweis für die Aktualität des Themas.

Abfall sei ein Wertstoff am falschen Ort. Die Deponie müsse in Zukunft abgedichtet werden, sie sei noch nicht stabil. Diese Abdichtung koste etwa 10 Millionen Euro. Das gehöre zur Nachsorgephase. Ausgehend von der Frage, was der Mensch zum Leben braucht, verwies Gäth auf durchschnittlich 1,1 Tonnen Kupfer und 150 Kilogramm Phosphor; wichtige Elemente, die auch auf der Reiskirchener Deponie ruhen, die 1972 zunächst in kleinerem Umfang in Betrieb genommen worden sei und insgesamt zwölf Hektar Fläche bedeckt.

Gegenwärtig lebten etwa 6,5 Milliarden Menschen auf der Welt; die Zahl werde auf neun bis zehn Milliarden steigen. Erheblich erhöhen werde sich auch die Anzahl der motorisierten Fahrzeuge, sodass der Bedarf an Rohstoffen dramatisch wachse. Gleichzeitig würden die natürlichen Lagerstätten immer knapper. Die bisher 1,3 Milliarden Mobiltelefone enthielten jeweils etwa 24 Milligramm Gold. Das ergäben mehrere Tonnen – die auch auf Deponien lagerten.

In Deutschland gebe es etwa 500 Deponien. Daher gelte es abzuwägen, diese Rohstoffe zurückzuholen: Not bewege zum Umdenken. Allerdings stünden dem Kosten gegenüber; denn im Deponiekörper enthaltene Giftstoffe müssten erneut entsorgt werden. Nicht zu unterschätzen auch die Freisetzung von Methangas. Das werde bereits seit etwa zehn Jahren abgebaut und in Wärme umgewandelt, mit der ein Teil der Wohnungen in Reiskirchen versorgt würden. Je Stunde liefere die etwa 160 Kilowattstunden Energie.

Mit dem Abbau in Reiskirchen warten



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Artikel vom 18.10.2011 - 10.54 Uhr
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