Das Anheizen des Backhauses war nicht sehr beliebt
Reiskirchen (la). Passend zu dem Ausstellungsthema der Heimatgeschichtlichen Vereinigung (HGV) Reiskirchen »Unser täglich Brot« führte die HGV-Theatergruppe am Sonntagnachmittag im Bürgerhaus das Stück »Däs Backespiel beim Höhgässer Backhaus« aus der Feder von Katharine Alexander auf.
Älteren Ortsbürgern ist der Inhalt des Stückes noch geläufig: Vor Festtagen wie etwa Weihnachtsen wurde die Reihenfolge des Backens ausgespielt. Das geschah durch den Ortsdiener mit dem Läuten um 13 Uhr.
Nicht besonders beliebt war das Anheizen, das viel Reisig kostete. In einem Säckchen waren Nummern, die von den Backinteressenten gezogen wurden. So wurde die Reihenfolge festgelegt. Die Handlung des Stückes spielt in den 30-er Jahren. Die Namen der genannten Personen waren identisch mit damaligen Dorfnamen. Es war kurz vor Weihnachten und die Höhgässer trafen sich vor dem Backhaus und warteten auf den Ortsdiener. Neben Kuchen wollten einige auch Brot backen. Die Lose wurden gezogen und die Reihenfolge notiert. Über die »Oohetz« (das Anheizen) wurde gesprochen. Nachdem alles geregelt war - auch wer das Backhaus am Ende sauber macht und die »Goss« kehrt - verabschiedete sich die Ortsdienerin. Die »Backespielerinnen« standen jedoch noch eine ganze Weile zusammen, unterhielten sich weiter über das Schlachten und alles was damit verbunden war, vor allem über das Gewicht der Sau. In dem Einakter traten auf: Lieges Marrie (Helga Gundrum), Heges Lina (Tilly Barsch), Arnolds Greth (Loni Krick), Bachschöns Anna (Gerlinde Stumpf), Ortsdienersche (Christel Scherer) und Seligs Frieda (Gudrun Kühn). Viel Beifall am Ende galt den Darstellerinnen und der Autorin.