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»Auch Geschichte Deutscher aus Reiskirchen«

Artikel vom 28.09.2009 - 20.30 Uhr

»Auch Geschichte Deutscher aus Reiskirchen«

Reiskirchen (pm). Anders als in den regulären Sitzungen der Reiskirchener SPD-Gremien wurde in der jüngsten Zusammenkunft nicht über Bersrod, Lindenstruth oder Ettingshausen gesprochen. Vielmehr waren die genannten Ortsnamen wenig bekannter, aber irgendwie doch vertraut: Städte wie Engels, Odessa und Sewastopol. Tatjana Kreiter, Gemeindevertreterin der SPD Reiskirchen, berichtete von ihren Bemühungen die Wanderausstellung »Volk auf dem Weg. Geschichte und Gegenwart der Deutschen aus Russland« der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland nach Reiskirchen einzuladen und mit einem ansprechendem Rahmenprogramm zu präsentieren.
Eine vorzüglich besuchte Ausstellungseröffnung und ein volles Haus am darauf folgenden Sonntag im Reiskirchener Bürgerhaus waren Lohn und Anerkennung (die AZ berichtete).

Tatjana Kreiter berichtete den Sozialdemokraten, »die Veranstaltungen im Rahmen der Präsentation der Wanderausstellung werden von der Landsmannschaft in guter Zusammenarbeit mit regionalen Netzwerken für Integration durchgeführt. In diese Arbeit werden Kirchen und Wohlfahrtsverbände, Caritas, Diakonie und AWO, Vertriebenenverbände und andere Landsmannschaften sowie Schulen, Verwaltungen, Vereine und viele engagierte einheimische Bundesbürger einbezogen.«

Die Ausstellungen hätten ohne Zweifel zur Verbesserung der Akzeptanz der russlanddeutschen Spätaussiedler in der bundesdeutschen Gesellschaft beigetragen und Vorurteile abgebaut.

Der Bedarf an Informationen und Aufklärung über das Schicksal der Deutschen in Russland sowie die Integration der russlanddeutschen Spätaussiedler in Deutschland sei nach wie vor sehr groß. Für die nächsten Jahre liegen der Landsmannschaft bereits weit mehr als 200 Anfragen aus allen 16 Bundesländern wegen der Präsentation der Ausstellung vor.

Für Tatjana Kreiter, die selbst vor fast 20 Jahren mit ihrem Mann entschied, aus dem Nordkaukasus nach Deutschland zu gehen, ist es wichtig, die Gemeinschaft der in Deutschland geborenen Deutschen und der Deutschen aus Russland zu unterstreichen: »Seit 1950 kommen Aussiedler nach Deutschland - aus Rumänien, Ungarn, Bulgarien, Polen und der ehemaligen UdSSR. Fast eine Viertelmillion lebt allein in Hessen. Seit 1990 sind etwa zwei Millionen Russlanddeutsche aus der ehemaligen Sowjetunion in die Bundesrepublik gekommen. Sie sind heute ein wichtiger und aktiver Teil der Gesellschaft geworden, die sich gut in die Gesellschaft integriert haben. Dennoch sind sie vielen immer noch fremd und ihre Geschichte unbekannt geblieben«, so Kreiter.

»Wer sind diese Schmidts, Müllers, Fischers, Kreiters, die sich Deutsche nennen, aber manche kaum Deutsch sprechen?« beschreibt Kreiter eine häufig gestellte Frage. Wieso sind sie nach Deutschland gekommen?

»Vorurteile abbauen, Verständnis schaffen«



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Artikel vom 28.09.2009 - 20.30 Uhr
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Leserkommentare
(01.10.2009 11:52)
eichelberg
Pflichtthema in den Schulen
Die Geschichte der Deutschen aus Russland könnte in erster Linie im Rahmen des Pflichtthemas der Vertreibung der Deutschen behandelt werden, weil zum Thema der Vertreibung der Deutschen auch die Verbannung von Russlanddeutschen in der Sowjetunion gehört, die bereits im September 1941 nach Sibirien verschleppt und bis 1956 als Arbeitssklaven der Sonderverwaltung unterstellt wurden. Angesichts der großen Zahl russlanddeutscher Akademiker und Wissenschaftler gibt es genügend Fachleute, die bei der Aufklärung der Geschichte der Deutschen aus Russland im Schulunterricht effektiv mitwirken können.
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