Team gesucht: Turn- und Sportverein vertagt Vorstandswahlen
Reichelsheim–Dorn-Assenheim (hh). »Es ist manchmal besser, Nägel mit Köpfen etwas später zu machen, als aus der Tagesordnung heraus eine übereilte Entscheidung zu treffen«, war sich die Generalversammlung des Turn- und Sportvereins einig. Deshalb wurden erstmals in der jüngeren Vereinsgeschichte des Kreisoberligisten wurden die turnusgemäß stattfindenden Vorstandswahlen vertagt, der Wahlgang soll allerdings bald nachgeholt werden.
Geehrt für langjähriges Engagement im TSV: Richard Habram und Ruth Schütz (vorne) für ihre Vorstandsarbeit sowie Siegmar Krückl und Frank Freitag (r.) als Spieler. (Foto: hh)
Hintergrund: Mit Ausnahme der Vorsitzenden Ruth Schuetz will der Hauptvorstand kürzer treten und in den Gesamtvorstand wechseln. Zudem hatte Jugendleiter Günther Kolb seit längerem angekündigt, nach jahrzehntelanger Tätigkeit in seinem Bereich einen Generationswechsel einzuleiten. Mit Melanie Schreiner steht bereits eine Kandidatin in den Startlöchern. »Mir liegt es am Herzen, dass alle die Ärmel hochkrempeln und die Arbeit weitergeht«, setzt Schütz auf Teamarbeit und zeigt sich optimistisch: »Wir führen bereits Gespräche mit dem Ziel, eine kompakte Vorstandsmannschaft zu bilden.«
In ihrem Rückblick zog die Vorsitzende ein ausgewogenes Fazit mit positiver Tendenz. Die Fußballer der 1. Mannschaft war vielversprechend in die Saison gestartet als Dauerabonnement auf den Stadtpokal mit dem sechsten Sieg in Folge. Trotz guter Vorbereitung verlief die Hinrunde aber enttäuschend. »Wir haben uns einige dumme Niederlagen geleistet«, kritisierte Schuetz. Die Folge: Der Verein trennte sich von seinem Coach und verpflichtete mit Marc Oliver Schütz den Mannschaftskapitän als Nachfolger. Getreu dem Motto »Neue Besen kehren gut« kehrte der Optimismus in die Mannschaft zurück, die Formkurve zeigte nach oben. Dass dann die Abstiegsplätze verlassen wurden, stimmt die Truppe zuversichtlich auf den Klassenverbleib. Schwieriger zeigt sich die Situation der 2. Mannschaft. Trotzdem viele erfahrene Spieler weiter aktiv sind, wird der Verbleib in der B-Liga zunehmend kritisch. Die Vorbereitungen für die kommende Saison laufen auf Hochtouren, qualitative und quantitative Verstärkungen inbegriffen. Namen wollte Schütz allerdings noch nicht nennen.
Proppevoll war der Veranstaltungskalender der Blau-Weißen. Neben den rund 80 Pflichtspielen beider Teams war der Stadtpokal, so Schütz, »auch organisatorisch, atmosphärisch und finanziell ein voller Erfolg« und freute sich: »Man hörte immer wieder, wie toll hier alles lief.« Fasching, Vereinsausflüge nach Oberhof und zum Rüdesheimer Weichnachtsmarkt sorgten ebenso wie ein bayerischer Frühschoppen neben müden Helfern vor allem aber für eine stets gut gelaunte Vereinsfamilie. Zudem erhielt das Vereinsheim Anfang Juni einen freundlichen Innenanstrich.
Jugendleiter Kolb verwies auf eine Spielstärke von 29 Jugendlichen in der A- bis G-Jugend, vier mehr als im Vorjahr plus acht Anmeldungen. Ein eigenständiger Spielbetrieb findet in der E-Jugend statt, wo man mit Betreuer Richard Habram dank jüngerer Jahrgänge in der gerade begonnenen Feldsaison wieder Erfolge erhofft.
Dietmar Mittig berichtete von einem dank des Stadtpokals ausgeglichenem Jahresergebnis, prognostizierte aber für die nächsten Jahre pessimistischere Zahlen. Für den Verein heiße es, massiv gegenzusteuern, was keine leichte Aufgabe für den kommenden Vorstand sein werde.
Zu guter Letzt gab es Präsente und viel Lob für die für langjährige Vorstandsarbeit und Spielerjahre geehrten Richard Habram, Frank Freitag, Siegmar Krückl und die Vorsitzende selbst.