Reichelsheim (kai). Silke Marloff und Marcel Kuhl sind einstimmig zu neuen Jugendwarten der Feuerwehren der Stadt Reichelsheim gewählt worden. Während der Jahreshauptversammlung der Einsatzabteilungen in der Sport- und Festhalle in Dorn-Assenheim am Sonntag war die Nachwahl nötig geworden, da der bisherige Stadtjugendwart Marco Luft sein Amt vor einigen Monaten niedergelegt hatte.
Die Führungsspitze der Reichelsheimer Feuerwehren ist wieder komplett. Nach dem Rücktritt des Stadtjugendwartes wählen die Einsatzabteilungen Silke Marloff und Marcel Kuhl (r.). Es gratuliert Vize-Stadtbrandinspektor Bernd Philippi.
Seither übernahm seine Stellvertreterin, Silke Marloff, seine Aufgaben. Sie rückte nun zur Stadtjugendwartin auf, Marcel Kuhl, der Jugendwart der Dorn-Assenheimer Feuerwehr, amtiert als ihr Stellvertreter. Die beiden gaben für 2010 die Devise aus, mehr Nachwuchs für die Jugendfeuerwehren zu gewinnen. »Die Zahlen sehen nicht so gut aus«, bilanzierte Marloff. 2008 waren in den Jugendwehren noch 81 Jugendliche aktiv, 2009 engagierten sich gerade noch 63 Nachwuchs-Feuerwehrleute in den sechs Jugendwehren. Als Gründe nannten diejenigen, die austraten, dass sie keine Lust mehr hätten, dass sie sich in anderen Vereinen engagierten und dass sie mehr für die Schule tun müssten.
380 Stunden investierten die Jugendwarte im vergangenen Jahr in die Ausbildung ihrer Schützlinge, 307 Stunden in die Jugendarbeit, und 1100 Stunden bereiteten sich die Jugendwarte und Betreuer auf die gemeinsame Zeit mit dem Feuerwehrnachwuchs vor. Erfolgreich waren die Wettkämpfe: Zwölf junge Feuerwehrleute absolvierten die Jugendflamme II, und zwölf errangen die Leistungsspange. Daneben stand ein gemeinsamer Ausflug in den Europapark auf dem Programm sowie eine Übung aller sechs Jugendwehren in Beienheim.
Weiter warten auf den Gerätewagen Logistik
Auf ein ruhiges Jahr blickte Stadtbrandinspektor Michael Paulencu zurück. Zu 25 Einsätzen rückten die Helfer aus, dabei kamen 360 Stunden zusammen. 181 aktive Feuerwehrmänner und 18 Feuerwehrfrauen gehören den Feuerwehren an. Hinzu kommen 55 Musiker beim Musikzug Blofeld. Damit sei die Einsatzstärke weitgehend konstant geblieben. 23 Feuerwehrleute bildeten sich in Lehrgängen fort. »Das sind weniger als im Jahr zuvor, für 2010 liegen schon deutlich mehr Lehrgangsanmeldungen vor, so dass dies nur ein kurzfristiger Rückgang ist«, sagte Paulencu. 53-mal übten die Feuerwehrleute in den einzelnen Stadtteilen, und zu 37 Unterrichten trafen sie sich. Erstmals berichtete Paulencu über den neuformierten Katastrophenschutzzug, der seit Herbst 2009 besteht und von Stefan Schiavulli sowie Dirk Jost geleitet wird.
Eine weitere zeitaufwändige Aufgabe ist die Brandschutzerziehung: 400 Stunden engagierten sich die Brandschutzerzieher in den Kindergärten sowie der Grundschule im Ried, um Kindern beizubringen, was zu tun ist, wenn es mal brennt und wie man sicher mit Feuer umgeht.
Weiter warten müssen die Feuerwehrleute auf den schon angekündigten Gerätewagen Logistik. Die Förderrichtlinien des Landes Hessen haben sich geändert, derzeit steht der Reichelsheimer Wunsch auf Position fünf, ob das Fahrzeug in diesem Jahr angeschafft werden könne, sei noch nicht klar. Zufrieden zeigte sich Paulencu mit dem Zustand der Feuerwehrhäuser. In Dorn-Assenheim solle mit dem Umbau begonnen werden, und in Heuchelheim müsse langfristig investiert werden. Einen Dank richtete der Stadtbrandinspektor an die Feuerwehrvereine, die im vergangenen Jahr Mittel in Höhe von 18 000 Euro für den öffentlichen Brandschutz zur Verfügung gestellt hatten.