Reichelsheim (kai). Die Friedhöfe sind in Reichelsheim Chefsache. Bürgermeister Bertin Bischofsberger hat sich zum Ziel gesetzt, die sechs Friedhöfe schöner zu gestalten.
Etwa zehn Prozent der Gräber auf dem Beienheimer Friedhof werden nicht mehr gepflegt. Eine Änderung der Friedhofssatzung soll laut dem Bürgermeister her, die der Stadt ermöglicht, ungepflegte Ruhestätten vor Ablauf der Ruhefrist zu räumen. (Fotos: kai)
Derzeit werkeln die Bauhofmitarbeiter auf dem Beienheimer Ruhefeld. Sie fällten Bäume, legen Wege an, umfassen ein Rondell, in das demnächst ein langsam wachsender Baum eingepflanzt wird, verschaffen dem Müll einen zentraleren Sammelplatz. »Die Friedhöfe wurden bisher vernachlässigt«, sagt Bischofsberger. Das müsse sich ändern, zumal die Friedhöfe immer häufiger ein Aufenthaltsort sind. Rund 60 Beerdigungen zählt die Stadt jährlich.
Gemeinsam mit der Verwaltung hat der Bürgermeister ein Konzept erstellt, um die Ruhestätten schöner zu gestalten. »Es gab bisher keine Ordnung auf den Friedhöfen, Bäume wurden ohne Plan gepflanzt«, kritisiert Bischofsberger. Sein Ziel: weitere Bäume fällen, beispielsweise Birken. »Die machen viel Dreck und saugen viel Wasser aus dem Boden, die Gräber darunter sind ständig trocken.« Bischofsberger favorisiert langsam wachsende Bäume, die weniger Laub abwerfen.
»Sind die Friedhöfe umgestaltet, reduziert sich der Pflegebedarf durch den Bauhof«, erklärt der Rathauschef. 20 000 Euro lässt sich die Stadt die Verschönerung in diesem Jahr kosten, diese Summe ist auch für 2012 im Haushalt vorgesehen. »90 Prozent der Arbeiten erledigen wir in Eigenleistung von den Bauhofmitarbeitern«, bilanziert Bischofsberger. Eine externe Akkord-Firma sei damit beauftragt, die Wege in Beienheim zu pflastern, sie beginnen am Montag.
Seit zwei Monaten arbeiten die städtischen Mitarbeiter auf dem Beienheimer Friedhof. Im kommenden Jahr werden sie den Weckesheimer Friedhof verschönern. In Blofeld müsse die Mauer am Eingang umgesetzt werden, in Heuchelheim sei bereits der Platz vor der Trauerhalle gepflastert worden, um den Dorn-Assenheimer Friedhof sei schon ein neuer Zaun angelegt und Erde aufgefüllt worden, der Reichelsheimer Friedhof sehe gut aus, da er schon 2008 erneuert wurde, zählt Bischofsberger auf.
Bürgermeister Bertin Bischofsberger (M.) überzeugt sich vom Fortschritt der Verschönerungsarbeiten am Beienheimer Friedhof. Hubert Diehl (l.) und Mathias Schulze treffen letzte Vorbereitungen fürs Pflastern.
»Friedhöfe sind ein Ort des Wohlfühlens, sie sollten ein angenehmes Aussehen haben«, meint Bischofsberger. Deshalb sei es wichtig, sie zu einem parkähnlichen Areal werden zu lassen. Ein Dorn im Auge sind dem Rathauschef dabei die vielen ungepflegten Gräber. »Hier in Beienheim haben wir etwa zehn Prozent vernachlässigte Grabstätten«, sagt er und zeigt etliche. »Oft haben die Angehörigen nicht einmal ein Interesse daran, einen Grabstein aufzustellen«, kritisiert er und deutet auf ein Grab, in dem die Inschrift des Holzkreuzes nicht mehr zu entziffern ist.