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Reichelsheim: Bescheid für Dorferneuerung übergeben

Artikel vom 25.11.2011 - 11.39 Uhr

Reichelsheim: Bescheid für Dorferneuerung übergeben

Reichelsheim (kai). Der Startschuss für die Dorferneuerung in Blofeld und Heuchelheim ist gefallen. Im kleinsten Kreis, im Reichelsheimer Trauzimmer, ohne Vertreter aus den beiden Dörfern, hat Justizminister Jörg-Uwe Hahn gestern Morgen den Anerkennungsbescheid an Bürgermeister Bertin Bischofsberger überreicht.

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Justizminister Jörg-Uwe Hahn (6. v. l.) überreicht den Anerkennungsbescheid an Bürgermeister Bertin Bischofsberger (4. v. l.) Mit dabei (v. l.) Andrea Lemp (Wetteraukreis), Karin Lauer (CDU-Fraktionsvorsitzende), Volker Matthesius (Wetteraukreis), Parlamentsvorsteher Holger Strebert sowie die Stadträte Horst Wagner und Jörg Heinzig. (Foto: kai)
Die beiden Reichelsheimer Stadtteile gehören zu den 29 Förderschwerpunkten aus kooperierenden Dörfern, die in einer zweiten Tranche neu ins Dorferneuerungsprogramm des Landes Hessen aufgenommen wurden.

»Hier geht es um die Übergabe von Steuergeldern, die wir als Landesregierung verwalten, die aber der Steuerzahler erwirtschaftet hat«, erklärte Hahn. Er hob hervor, dass die Landesregierung einen nachhaltigen Umgang mit den Mitteln unterstütze. Mit einem relativ geringen Mitteleinsatz könne viel erreicht werden. Die Blofelder und Heuchelheimer seien nun am Zug, Ideen zu entwickeln, um ein besseres Wohnumfeld zu bekommen. »Die Dorferneuerung soll ein kommunikativer Prozess sein, alles ist möglich«, warb er. Es sei der Wunsch der Landesregierung, dass Dörfer kooperieren. »Die Zeiten des Kirchturmdenkens sind vorbei.« Mit der Dorferneuerung werde den Kommunen ein Konzept an die Hand gegeben, aus dem sie viel lernen könnten, um später selbst Initiativen anzustoßen.

In den beiden kleinsten Reichelsheimer Stadtteilen wird die erste Phase von einem Moderationsbüro begleitet, es gilt Möglichkeiten auszuloten, was innerhalb der acht Förderjahre umgesetzt werden kann. Später bilden sich Arbeitskreise aus Ehrenamtlichen. »Die Bürger sollen in der mitreden, mitmachen, das ist viel günstiger als Geld für Prestigeprojekte zu verballern«, sagte Hahn. Darüber, welche Projekte in den beiden Stadtteilen umgesetzt werden könnten, wollte Bischofsberger nichts sagen. »Da sind die Ideen der Bürger gefragt, es wäre falsch, schon jetzt etwas vorzugeben.« Er sei froh über jede Förderung, bedauernswert sei jedoch, dass 2011 schon als Dorferneuerungsjahr zählt, somit nur noch acht statt neun Jahre zum Umsetzen bleiben.

Volker Matthesius und Andrea Lemp von der Fachstelle Strukturförderung des Wetteraukreises geben sich zuversichtlich, dass die Dorferneuerung etwas bewegen wird. Zuschüsse von 30 Prozent, maximal 30 000 Euro gibt’s, wenn Hausbesitzer ihr Heim sanieren. Für öffentliche Vorhaben würden bis zu 50 Prozent der Kosten übernommen. »Bei privaten Förderungen ist die erste Maßnahme entscheidend«, sagten sie. Dass es schwierig werden kann, Eigentümer für eine Renovierung während der Dorferneuerung zu gewinnen, berichteten sie ebenfalls. In Beienheim wurde beispielsweise lediglich ein Haus mit Zuschüssen renoviert.

Die beiden Profis rieten, eng mit der Denkmalpflege zusammenzuarbeiten. »Das Kapital der Dorferneuerung sind die Bürger, sie entwickeln tolle Ideen«, erklärte Matthesius. Erfahrungsgemäß fließe während einer Dorferneuerung etwa eine halbe Million Euro an Zuschüssen, das sichere und schaffe Arbeitsplätze, rechnete Hahn vor.

Einen Zeitplan, wie und wann Projekte in Blofeld und Heuchelheim umgesetzt werden könnten, hat Bischofsberger nicht. Zunächst müsse die Dorferneuerung angestoßen werden. Bis es zur Finanzierung komme, könnten Jahre vergehen. »Ich kann nicht so weit nach vorn schauen und berechnen, was es kostet und wie der städtische Haushalt bis dahin aussieht«, erklärte er. Matthesius riet, noch in diesem Jahr den Moderationsprozess auszuschreiben, damit zum Jahresbeginn die Blofelder und Heuchelheimer mehr über die Chancen der Dorferneuerung erfahren können. Ziel der Dorferneuerung sei immer, die Dorfkerne zu revitalisieren, damit ein Donut-Effekt ausbleibe: Innen hohl und außen ein dicker Rand.

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Artikel vom 25.11.2011 - 11.39 Uhr
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