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Reichelsheim: 2 Millionen Euro Darlehen für zwei Großprojekte

Artikel vom 23.11.2011 - 12.09 Uhr

Reichelsheim: 2 Millionen Euro Darlehen für zwei Großprojekte

Reichelsheim (dab). Eine dreiviertel Million Euro wird die Stadt der Rücklage entnehmen müssen, um im nächsten Jahr liquide zu sein. Das geht aus dem Entwurf des Haushaltsplans hervor, den Bürgermeister Bertin Bischofsberger den Stadtverordneten am Montag vorstellte.

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Noch ist ein Teil der Verwaltung im alten Rathaus untergebracht. Bald soll ein neues Verwaltungsgebäude entstehen. (Foto: nic)
Um zwei Großprojekte finanzieren zu können, ist außerdem die Aufnahme eines 2-Millionen-Euro-Darlehens geplant. Mit diesem Geld sollen der Rathaus-Neubau und die Sanierung des Bürgerhauses Weckesheim umgesetzt werden. Bevor das Parlament über den Haushalt entscheidet, der erstmals detaillierte Produktbeschreibungen enthält, wird sich der Hauptausschuss damit beschäftigen.

760 000 Euro werden nach den aktuellen Berechnungen fehlen, um 2012 die laufenden Kosten decken zu können. Das sind etwa 450 000 Euro weniger, als für dieses Jahr befürchtet wurde. Das 2011er-Defizit werde allerdings geringer als eine Million Euro ausfallen, sagte Bischofsberger auf Nachfrage, weil es Mehreinnahmen bei der Gewerbe- und Einkommensteuer gebe.

Die Prognosen gehen auch 2012 von steigenden Steuereinnahmen aus, was für Reichelsheim im Vergleich zum Vorjahr ein Plus von knapp 700 000 Euro (auf 6 Millionen) bedeutet. »Die Erholung des Steuerhaushaltes ist erfreulich«, sagte Bischofsberger, »reicht aber bei Weitem noch nicht aus, um die gestiegenen Ausgaben, geschweige denn die aufgelaufenen Fehlbeträge zu decken.« Er betonte, er wolle weiter an der Ausweisung von Neubaugebieten arbeiten, um hierdurch höhere Einnahmen zu erzielen: Mehr Einwohner bedeuten mehr Erwerbstätige und dadurch mehr Steuereinnahmen.

Weiteres Sparpotenzial sehe er hingegen kaum. Die einzige Möglichkeit zu sparen sei, Leistungen zu streichen oder kommunale Einrichtungen aufzugeben. Bevor aber solch weitreichende Entscheidungen getroffen würden, bedürfe es einer gründlichen Prüfung und Abwägung. Aus diesem Grund schlägt er die Hinzuziehung eines externen Gutachters vor, mit dessen Hilfe ein Konsolidierungsprozess eingeleitet werden soll. Dafür sind 3500 Euro eingeplant.

Zusatzangebote bei der Kinderbetreuung

Mit ein Grund für das Defizit im Haushalt sind die Personalkosten und die Versorgungsaufwendungen, die im nächsten Jahr um knapp 3 Prozent auf 2,2 Millionen Euro steigen werden. Das liegt zum einen an zusätzlichen Angeboten bei der Kinderbetreuung: Im Kindergarten Steinbeißer gibt es eine neue U3-Gruppe, und im Kindergarten Weckesheim wird eine Betreuung am Nachmittag eingeführt. Die Mehrkosten, die sich durch die Eröffnung einer zweiten Nachmittagsgruppe im Kindergarten Holzwurm ergeben, können durch Einsparungen im Hortbereich aufgefangen werden. 11 000 Euro bekommt der katholische Kindergarten mehr als im Vorjahr, was sowohl an höheren Betriebskosten als auch an der Erweiterung des U3-Angebots im zweiten Halbjahr liegt.



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Artikel vom 23.11.2011 - 12.09 Uhr
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