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Neuer Pfarrer will mehr Zusammenhalt

Artikel vom 11.01.2012 - 13.00 Uhr

Neuer Pfarrer will mehr Zusammenhalt

Reichelsheim/Florstadt/Niddatal (hed). Er will vor allem Ruhe in die Pfarrei bringen, sagt Markus Stabel. Der 48-jährige Mainzer wird am Sonntag als neuer katholischer Pfarrer von St. Maria Magdalena Dorn-Assenheim und St. Nikolaus Wickstadt ins Amt eingeführt.

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Kommt vom Freistaat Bayern in die Wetterau: Pfarrer Markus Stabel. (Foto: hed)
Er tritt die Nachfolge von Andreas Heger an, der im September suspendiert worden war, weil er eine Partnerschaft führte.

Viel hat Markus Stabel mit seinem Vorgänger nicht gemeinsam, urteilt man bereits in der Gemeinde – höchstens, dass der 48-Jährige nun in dessen früherer Wohnung im Pfarrhaus Dorn-Assenheim wohnt. Die Räume wurden für den gebürtigen Mainzer renoviert, neu möbiliert und zum Teil umgestaltet. Mit seinem bereits älteren Hund »Franz« lebt Stabel seit Anfang Dezember in seiner neuen Heimat und musste gleich voll einsteigen: Er zelebrierte acht Gottesdienste an drei Weihnachtstagen, schickte die Sternsinger aus und stellte sich in den Pfarrgemeinderäten vor. Für zwölf Dörfer in zwei Pfarreien ist Stabel künftig zuständig. Was für manchen nach viel Arbeit klingt, ist für den Geistlichen nichts Neues: Bei seiner letzten (und gleichzeitig ersten) Pfarrstelle in Schweitenkirchen waren es sieben Pfarreien mit 17 Gotteshäusern entlang der A 9 im bayerischen Landkreis Pfaffenhofen. Stabel, der 1999 in der Erzdiözese Paderborn zum Priester geweiht worden war (im Mainzer Priesterseminar habe ihm die damalige Stimmung nicht gefallen), kam 2007 in den Freistaat. Nach fünf Jahren wollte Stabel eigentlich sein Recht auf Inkardination nutzen und die Diözese wechseln, das Ordinariat München aber lehnte ab. Der neue Erzbischof habe die Diözese umstrukturieren wollen und vielen Nicht-Bayern gekündigt, erklärt sich der 48-Jährige die Absage. »Ich hatte zwei schlaflose Nächte und wusste nicht, wohin.« Dann sei er dem Ruf in die Heimat gefolgt und habe sich beim Bistum Mainz gemeldet, das ihm die Leiterstelle in Dorn-Assenheim ans Herz legte. Die Aufgabe, einen nicht rein katholischen Pfarreiverband zu führen, habe ihn gereizt. »In Bayern sind zwar alle katholisch, aber da ist auch nicht die heile Welt.« In Gegenden wie der Wetterau würden die Menschen viel öfter aus Überzeugung in die Kirche gehen. Wie Stabel sagte, habe er schon in Bayern die Ökumene fördern wollen, was sich jedoch als schwierig herausgestellt habe. Im neuen Pfarrverband, in dem viele Protestanten wohnen, hat er nun die Gelegenheit dazu.

Aber auch zwischen den katholischen Gemeinden will er für mehr Verständnis sorgen. »Die beiden Pfarreien sollten mehr zusammenwachsen – aber ich will sie nicht zusammenpressen«, betonte Stabel. Anfangen will er mit gemeinsamen Sitzungen der Pfarrgemeinderäte. Sollten die zustimmen, will der Pfarrer einmal im Monat zudem einen Gottesdienst in der alten Pfarrkirche Wickstadt feiern. Stabel möchte generell mehr zelebrieren: »Auch dienstags und freitags sollte es wieder Gottesdienste geben«, so sein Wunsch. Außerdem möchte er neue Ministranten gewinnen und jugendgerechtere Messen halten.

Im Dorfleben will Stabel präsent sein, eines mag er allerdings nicht: »Ich halte nicht gerne Vorträge. Außerdem bin ich kein wirklicher Karnevalist«, sagt der 48-Jährige. Von einem gebürtigen Mainzer, der obendrein noch eine Winzerausbildung hinter sich hat, hätte man vielleicht anderes erwartet.



Wie gesellig ihr neuer Pfarrer ist, können die Katholiken am Sonntag herausfinden. Der Einführungsgottesdienst beginnt um 14 Uhr in der St.-Willigis-Kirche in Florstadt. Danach laden die Pfarreien zu einem Empfang in den Saalbau Lux ein.

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Artikel vom 11.01.2012 - 13.00 Uhr
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