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»Klimawandel stört Biorhythmus des Igels«

Artikel vom 21.12.2011 - 12.28 Uhr

»Klimawandel stört Biorhythmus des Igels«

Reichelsheim (pm). Bei Regine Weber in Reichelsheim werden Igel, die aufgrund ihrer körperlichen Verfassung den Winter sonst nicht überstehen würden, aufgepäppelt, kuriert, entfloht und entwurmt. Nun bekam sie Besuch von den Wetterauer Grünen.

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Regine Weber mit (v. l.) Helmut Betschel-Pflügel, Marcus Stadler, Rainer Kimling und einem nicht mehr hungrigen Igel. (Foto: pv)
Erster Kreisbeigeordneter Helmut Betschel-Pflügel sowie die Abgeordneten Rainer Kimling und Marcus Stadler besuchten Webers Igelauffangstation, wo sie sich um die stachligen Gesellen kümmert. Sie wolle »da helfen, wo staatliche Hilfe aufhört«, sagte die Tierschützerin. Das ist in ihren Augen viel zu schnell der Fall: »Igel sind wichtige Nützlinge in unserer Natur, sie brauchen menschliche Unterstützung, um vor den größten Gefahren gewappnet zu sein. Und der größte Feind ist der Mensch selbst«, meinte sie. Meist seien es Autos, aber auch Rasenmäher und Motorsensen richteten Schäden an, berichtete Weber, die selbst »schon etliche Igel wieder zusammengeflickt« habe.

Auch ein neuer Gegner scheint starken Einfluss zu gewinnen: der Klimawandel. Lange Trockenphasen, späte Wintereinbrüche und verschobene Frühjahrsanfänge machten dem Biorythmus des Igels schwer zu schaffen, sagte Weber. »Dieses Jahr müssen sie viel nach Futter – Schnecken und Co. – suchen. Denn durch die lange Trockenheit gibt es davon immer weniger. Eigentlich sollten sie längst schlafen« so die Tierschützerin.

Die Grünen-Abgeordneten sagen der Tierschützerin auch weiterhin ihre Unterstützung zu und bestätigen das vor Ort mit einer Futterspende. »Wir haben den Tierschutz mit in die Ampelkoalition gebracht und wollen hier auch entsprechend handeln«, sagte Kimling. Der Tierschutz lebe neben seinen Vereinen vor allem von der Schar an ehrenamtlich Tätigen, die sich jeden Tag selbstlos um schutz- und hilfsbedürftige Tiere kümmere – diese gelte es zu unterstützen.

Welche Möglichkeiten die Kreispolitik auch bei klammen Kassen habe, erläuterte Marcus Stadler: »Es ist zum Beispiel wesentlich sinnvoller, die Kastration der freilaufenden Katzen zu unterstützen, als uns darüber Gedanken zu machen, wie wir übervolle Tierheime weiter belasten können.« Aus seiner Sicht ist ein Sinneswandel erforderlich: »Unsere Gesellschaft muss endlich die Verantwortung für ihr Handeln übernehmen – das schließt den Tierschutz ein.«

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