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»Brauchen Bürgerhaus wie das tägliche Brot«

Artikel vom 04.02.2012 - 15.00 Uhr

»Brauchen Bürgerhaus wie das tägliche Brot«

Reichelsheim-Weckesheim (kai). »Es soll alles so bleiben, wie es ist«, lässt sich die Stimmung der Weckesheimer zusammenfassen. Rund 80 Interessierte waren zur Bürgerversammlung gekommen. Hauptthema: Die Sanierung des 1964 erbauten und in die Jahre gekommenen Bürgerhauses.

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In die Jahre gekommen: Das Bürgerhaus muss saniert werden. In welchem Umfang das passieren wird, ist noch unklar. (Foto: kai)
Bürgermeister Bertin Bischofsberger erläuterte, dass für das Bürgerhaus kein Brandschutzkonzept existiere, dies sei seit drei Jahren bekannt, seither werde es auf seine Verantwortung offen gehalten. Inzwischen gebe es etliche Konzepte, wie das Haus saniert werden könnte.

Ehe die Gremien entscheiden, präsentierte Architekt Heiko von der Heid diese Varianten den Bürgern. Während einer Zukunftswerkstatt hatten die Weckesheimer Ideen gesammelt, wie das Haus künftig genutzt werden kann und welche Umbauten nötig sind. Flucht- und Rettungswege seien desolat, die Ausgänge zu schmal, der Clubraum habe nur einen Zugang, Brandschutztüren fehlten, eine Sicherheitsbeleuchtung sei nicht vorhanden, das Hallendach sei brennbar, es gebe keine Lüftungsanlage, klärte von der Heid die Bürger zunächst auf. Die Elektroeinrichtungen müssten komplett erneuert werden, die vor fast 50 Jahren eingebaute Technik entspreche nicht mehr den heutigen Anforderungen, eine Brandwand zum Nachbarhaus gebe es nicht, zählte der Architekt auf. Dazu komme, dass eine energetische Sanierung nötig sei.

Millionenprojekt

Würde das alles umgesetzt, entstünden Kosten von mindestens 1,15 Millionen Euro. Werde auf eine Energie-Sanierung verzichtet, seien es noch 890 000 Euro. Zu teuer für die Stadt Reichelsheim. 850 000 Euro sind im 2012er Etat fürs Bürgerhaus veranschlagt. Würde das Haus künftig nicht mehr als Versammlungsstätte genutzt, könnten hier nur Veranstaltungen mit unter 200 Personen organisiert werden. Fielen etliche kostenintensive Positionen wie die Lüftungsanlage weg, werde auf eine Gaststätte verzichtet, reduzierten sich die Kosten auf 713 000 Euro. Im Sinne der Nutzer sei dies nicht.

Nachverhandlungen mit der Bauaufsicht brachten ein Entgegenkommen: Das Gebäude darf an drei Tagen im Jahr als Versammlungsstätte genutzt werden. Dafür sei unter anderem der Bau von Flucht- und Rettungswegen nötig, eine schwer entflammbare Zwischendecke müsse eingezogen und neue Fenster angeschafft werden. Die Gaststätte bliebe erhalten. Kosten: 550 000 Euro. Würden dann noch die Ideen der Nutzer – etwa eine Trennwand im Saal und Lagerräume – aufgegriffen, kämen weitere 222 000 Euro dazu. »Die Kombination aus den beiden Vorschlägen wäre eine gute Lösung«, sagte von der Heid.

»Mir dreht sich der Magen um, wenn ich das alles höre«, sagte der ehemalige Weckesheimer Bürgermeister Erich Steffan. Das Bürgerhaus sei das dritte im Wetteraukreis gewesen, ausländische Delegationen hätten es besucht, der damalige Ministerpräsident Georg August Zinn sei zu Gast gewesen. »Stararchitekt Hohmann hat unser Bürgerhaus gebaut«, erzählte Steffan. »Wir sind stolz auf unser Bürgerhaus und brauchen es wie das tägliche Brot.«

»Brauchen die Gaststätte«



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Artikel vom 04.02.2012 - 15.00 Uhr
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