Abkassiert: Überweisungen und Barschecks gefälscht
Reichelsheim/Friedberg
(lk). Mit drei gefälschten Überweisungsscheinen erleichterte ein Frankfurter das Konto eines 72-jährigen Bad Nauheimers um 25 000 Euro, und mit drei gefälschten Barschecks noch einmal um 7900 Euro.
Wegen Betruges und Urkundenfälschung wurde der 36-jährige Amal S. (Name geändert die Red.) vom Friedberger Schöffengericht unter Vorsitz von Richter Dr. Markus Bange gestern zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren und sechs Monaten verurteilt.
Neben dem aus Bosnien stammenden Mann saßen drei weitere Beschuldigte auf der Anklagebank. Zwei von ihnen, ein 32-jähriger Italiener und eine 25-jährige Serbin wurden wegen Geldwäsche zu Geldstrafen verurteilt. Ihr 33-jähriger Bekannter, der ebenfalls aus Bosnien stammt und in Frankfurt lebt, wurde freigesprochen.
Das Gericht war nach der Beweisaufnahme davon überzeugt, dass Amal S. im März 2009 bei einer Bank in Reichelsheim gefälschte Überweisungsträger und bei Banken in Friedberg und Friedberg gefälschte Barschecks des 72-jährigen Rentners eingereicht hatte. Laut Anklage waren die drei Mitangeklagten bei einigen Bankengängen dabei gewesen, zudem sollen sie mit Teilen der Beute entlohnt worden sein.
Die 25-jährige Serbin, die in Offenbach wohnt, gab zu, einige der Schecks, auf denen ihr Name gestanden hatte, eingelöst zu haben. Gefälscht haben wollte sie die Schecks aber nicht, Geld habe sie von Amal S. nicht erhalten.
Der 32-jährige Italiener, der in Bad Homburg lebt und über dessen Konto die 25 000 Euro aus den gefälschten Überweisungen geflossen waren, gab hingegen zu, 1500 Euro von Amal S. bekommen zu haben. Allerdings habe er – wie auch die Serbin – nichts vom Betrug gewusst. Amal S. habe ihm erzählt, einen BMW verkauft zu haben. Das Geld aus dem Verkauf sollte per Überweisung kommen. Der 36-Jährige habe behauptet, kein Konto in Deutschland zu besitzen, also habe er ihm sein Konto zur Verfügung gestellt.
Der 33-jährige Bosnier sagte dem Gericht, er habe gesehen, wie Amal S. die Unterschriften des Bad Nauheimers auf Schecks und Überweisungen gefälscht habe.
S. hingegen behauptete, mit der ganzen Sache nichts zu tun zu haben: Zum Zeitpunkt der Taten sei er in Bosnien gewesen. Ein Bekannter könne das bestätigen. Machte der als Zeuge geladene Mann jedoch nicht.
Richter Bange und Schöffen verurteilten S. zu zwei Jahren und sechs Monaten Gefängnis. Wegen Geldwäsche müssen der Italiener 2500 Euro (50 Tagessätze zu je 50 Euro) und die Serbin 500 Euro (50 Tagessätze zu je 10 Euro) zahlen. Der 33-jährige Bosnier wurde freigesprochen. Damit war das Gericht auf der Linie von Staatsanwalt Dr. Philip Stein, der dasselbe gefordert hatte. Lediglich für die Frau hatte Stein – abweichend vom Urteil – einen Freispruch beantragt.