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Selbst steile Stellen schrecken Schafe nicht ab

Artikel vom 12.01.2012 - 16.03 Uhr

Selbst steile Stellen schrecken Schafe nicht ab

Ranstadt (prw). Naturschutz findet nicht nur dort statt, wo man der Natur freien Lauf lässt. Schützenswerte Arten und Lebensräume sind oft gerade an Standorten anzutreffen, die – unter schwierigen Bedingungen und mit viel Aufwand – schon seit langer Zeit landwirtschaftlich genutzt werden.

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Die Bundesstraße im Blick: der Steilhang an der »Haardt«. (Foto: prw)
Zu diesen schützenswerten Bereichen zählt auch die »Haardt« bei Ranstadt. Von Ranstadt aus nach Norden verläuft der Höhenzug der Haardt mit offenen Weideflächen, Obstbäumen und Hecken sowie mit größeren dicht zugewachsenen Bereichen. Die teilweise sehr steil nach Osten abfallenden Hänge sind von der Bundesstraße Ranstadt Richtung Nidda aus gut zu sehen.

Auf den Hängen ist der Boden flachgründig und steinig. Nutzbar ist dieser Bereich immer nur für eher anspruchslose Weidetiere gewesen, die selbst auf diesen nährstoffarmen Flächen noch etwas zu fressen finden.

Den Standortbedingungen und dieser Nutzung ist es zu verdanken, dass sich dort Lebensräume für sehr licht- und wärmebedürftige Tier- und Pflanzenarten entwickeln konnten. Die sind nämlich auf diese extremen Bedingungen angewiesen und verschwinden, wenn eine regelmäßige Beweidung fehlt und Sträucher und Bäume die bis dahin offene Landschaft erobern.

Heutzutage ist das Interesse an Nutzung und Pflege solcher Standorte eher gering, da man für wenig Ertrag viel Aufwand treiben muss.

Auf der Haardt weiden seit ein paar Jahren die Schafe von Sascha Schumacher aus Ranstadt. Sie fressen regelmäßig gerade die steilsten und magersten Bereiche ab, wodurch sie wertvolle Arten erhalten und unerwünschte zurückdrängen.

Der Fachdienst Landwirtschaft des Wetteraukreises unterstützt die Pflege mit Geldern, die Hessen für FFH-Gebiete – europäische Naturschutzgebiete wie die Haardt – zur Verfügung stellt. So können ehemals verbuschte, potenziell wertvolle Bereiche gerodet und für die Beweidung zurückgewonnen werden.

In diesen Wochen nun werden weitere Schritte zur Verbesserung der Situation auf der Haardt sichtbar. Dort, wo das FFH-Gebiet an die stark befahrene B 457 grenzt, wird ein fester Weidezaun errichtet, um die Beweidung zu vereinfachen und sicherer zu machen.

Eine weiteres Ziel ist die Verbesserung der Erschließung, da der nördliche Teil der Haardt nur über die Bundesstraße zu erreichen ist. Das ist auf dem unübersichtlichen und viel befahrenen Abschnitt der B 457 nicht ohne Risiko und nur bei trockenen Wegen möglich. Daher wurde ein lange ungenutzter, stellenweise zugewachsener Erdweg am Hang wieder freigeschnitten.

Mit Unterstützung der Gemeinde soll die Nutzbarkeit nun weiter verbessert werden.

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Artikel vom 12.01.2012 - 16.03 Uhr
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