Das Dilemma: Noch in diesem Jahr müssen die Länder die Flächen in Erosionsklassen unterteilen, an die Auflagen in der Bewirtschaftung geknüpft sind, erklärte Jürgen Spengler, Leiter des Fachdienstes Landwirtschaft. Dazu wurde jeder im Förderantrag gelistete Acker in eine Kategorie eingeteilt. »Ein Landwirt kann und darf über das Erosionskataster nicht hinweggehen, die Einstufung hat Auswirkungen.«
Der vom Bauernverband vorgeschlagene Widerspruch greife nicht optimal. Die Agrarverwaltung habe einen Korrekturbogen vorbereitet, auf dem jeder Landwirt gegen die Eingliederung seiner Fläche protestieren kann. Bei den bisher im Amt vorliegenden Förderanträgen gebe es in jedem zweiten eine Korrektur zu den Erosionsklassen, sagte Spengler. Mit der Einstufung könne offensichtlich etwas nicht stimmen, vermutet er. Wie dann mit dem Widerspruch umgegangen wird, könne er nicht sagen. »Ich bin der Auffassung, dass wir nicht gerade rücken können, was andere verdorben haben«, sagte Spengler, der kreisweit mit bis zu 500 Korrekturen rechnet. Er hoffe auf eine unbürokratische Regelung.
Ralf Dubrow forderte seine Berufskollegen auf, die Flächeneigentümer über die Einstufung im Erosionskataster zu informieren. »Es ist bestürzend für uns Landwirte, wie mit unseren Flächen umgegangen wird, da wird eine Klassifizierung vorgenommen und wir werden nicht informiert«, klagte Andrea Rahn-Farr. »Bitten Sie schon bei ihrer Antragsabgabe um eine Neueinstufung«, empfahl Peter Rudel, Fachbereichsleiter Landwirtschaft beim Wetteraukreis.
Unter Applaus der Landwirte wurde gefordert, dass der Hessische Bauernverband aktiv werden müsse. »Lasst uns eine Resolution verabschieden«, regte Manfred Schneller, ein weiterer Senior in den Bauernverbandsreihen an. Schnell wurden Eckpunkte gesammelt, gegen die die Wetterauer Bauern mobil machen wollen: Von massiven Eingriffen ins Eigentumsrecht wurde gesprochen. Außerdem fordern die Landwirte, dass die Eigentümer über die Einstufung im Erosionskataster informiert werden. »So wie sich das Erosionskataster jetzt darstellt, können wir nicht damit klar kommen«, sagte Herwig Marloff, der Vorsitzende des Regionalbauernverbandes. Ihre Meinung zu dem von der EU geforderten und von der alten Bundesregierung verabschiedeten Erosionskataster wollen die Wetterauer Landwirte ihrem Landesverband und den zuständigen Politikern mitteilen.