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»Biomasse riecht zwar, ist aber ungefährlich«

Artikel vom 16.03.2011 - 11.31 Uhr

»Biomasse riecht zwar, ist aber ungefährlich«

Wetteraukreis (kai). Für erneuerbare Energien sprach sich Landwirtschafts- und Umweltministerin Lucia Puttrich (CDU) am Montag vor rund 100 Landwirten aus dem Wetteraukreis aus. Sie hatte der Vertreterversammlung des Regionalbauernverbands Wetterau-Frankfurt in Ranstadt einen kurzen Besuch abgestattet.

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Der 18-jährige Christopher Wyschka (Mitte) ist das erste Junior-Mitglied des Regionalbauernverbands. Ihm gratulieren (v.l.) Landrat Joachim Arnold, Thomas Hollritt, Dr. Hans-Hermann Harpein, Landwirtschaftsministerin Lucia Puttrich und Herwig Marloff.
»Wenn es um die Nutzung von Biomasse oder Windkraft geht, haben wir leider immer mehr Bedenkenträger als Befürworter«, kritisierte Puttrich. Der Ausstieg aus der Kernenergie sei in Deutschland beschlossen, die erneuerbaren Energien müssten nun angenommen werden. Ähnlich äußerte sich der Vorsitzende Herwig Marloff.

»Wenn man sich von etwas abwendet, muss man sich auch Neuem zuwenden«, erklärte die Ministerin und kritisierte Proteste gegen Hochspannungsleitungen, die Ökostrom ins Binnenland transportieren, gegen Windräder oder gegen vermeintliche Monokulturen. Gerade, wenn es darum gehe, Produkte aus der Landwirtschaft zur Energiegewinnung zu nutzen, keimten immer wieder Proteste auf. »Da werden Dinge verallgemeinert, die auf Hessen überhaupt nicht zutreffen.« Monokulturen und Massentierhaltung seien hier kein Thema. »Wir haben eine verantwortungsvolle Landwirtschaft, die Ernährung sichert, Naturschutz betreibt und sich neue Standbeine erschließt.« Puttrich wehrte sich dagegen, Landwirte als Zustandszerstörer abzustempeln, dafür erhielt sie Applaus. Sie trete dafür ein, dass bei den anstehenden Verhandlungen über eine neue Agrarpolitik in der EU Deutschland mit einer Stimme argumentiere. »Die Bundesländer dürfen nicht voneinander wegrücken, das schwächt unsere Position in Europa.« Es könne nicht sein, dass ein EU-Nettozahler unter den Reformen leide. Deutsche, hessische und Wetterauer Landwirte dürften nicht dafür bestraft werden, dass sie leistungsfähig seien.

Lob erntete Puttrich von Landrat Joachim Arnold (SPD), der ebenfalls zur Landwirte-Versammlung gekommen war. Es sei richtig, was die Ministerin über erneuerbare Energien und die Protestkultur sage. Die Wetterau sei ein guter Standort für die Biomasse-Nutzung. »Das müssen wir voranbringen.«

Herwig Marloff, der Vorsitzende des Regionalbauernverbands, stimmte mit ein: »Wir produzieren nachhaltig gesunde Lebensmittel, die Menge reicht bei weitem für Teller und Tank.« Biomasse sei die Energie der Zukunft. »Es gibt Dinge, die sind ohne Geruch und sehr gefährlich, das sehen wir gerade in Japan. Biomasse riecht manchmal, ist aber eine ungefährliche Energieproduktion.«

Berichterstattung kritisiert

Das vergangene Jahr sei von wirtschaftlichen Einbußen für die Landwirte geprägt gewesen. Das liege auch an den Verbrauchern, die die Wertigkeit von Lebensmittel nicht mehr zu schätzen wüssten, sagte Marloff. Überhaupt werde oft negativ über Themen aus der Landwirtschaft berichtet. »Der von den Medien aufgebauschte Dioxinskandal war keiner, und die Diskussion über E 10 läuft übel«, beschwerte sich Marloff.



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