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Bei Hassia fallen 20 bis 30 Stellen weg

Artikel vom 24.09.2009 - 11.00 Uhr

Bei Hassia fallen 20 bis 30 Stellen weg

Ranstadt (dab). Ihr Urlaubsgeld sollen die rund 200 Mitarbeiter der Hassia Verpackungsmaschinen GmbH zwar nun doch mit der September-Abrechnung bekommen (die WZ berichtete). Rosigen Zeiten sehen sie dennoch nicht entgegen: 20 bis 30 Kollegen werden das Unternehmen in den kommenden sechs Monaten verlassen müssen. Das betätigte am Mittwoch der Geschäftsführer der Oystar Holding GmbH, Tom Graf.
Tom Graf
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Tom Graf


Es gebe keine dramatische Auftragsverbesserung, sagte Graf. Die Krise könne nicht nur durch Kurzarbeit abgefedert werden. »Deshalb müssen wir leider zu dieser unschönen Maßnahme greifen.« Die Gespräche mit Betroffenen und Betriebsrat hätten bereits begonnen. Lösungen sollten auf individueller Basis gefunden werden, »durch freiwillige Vereinbarungen und Fluktuation«.

Insgesamt werde der Standort Ranstadt aber gestärkt, betonte Graf. Unter anderem sollten die Fertigung und Montage für die Hamba Filltec in Saarbrücken, die ebenfalls zur Oystar-Gruppe gehört, in die Wetterau verlagert werden. Von den weltweit 2600 Mitarbeitern der Firmengruppe arbeiten zurzeit noch 207 in Ranstadt. Sie erwirtschaften laut Graf einen Anteil von 9 Prozent am Gesamtumsatz. »Ranstadt ist ein guter Standort mit sehr guten Mitarbeitern«, sagte er. Dass der Auftragseingang nach unten gegangen sei, habe weder mit dem Management noch mit den Produkten zu tun. Die Maschinen seien nunmal groß und teuer - keine gute Voraussetzung in der angespannten Wirtschaftslage, in der sich Unternehmen jede Ausgabe zweimal überlegen.

Die wirtschaftliche Situation werde sich bestimmt verbessern, sagte Graf - irgendwann, momentan aber noch nicht. Man sei auf dem niedrigsten Niveau angelangt. »Die Boomjahre von 2007 und 2008 werden wir erst 2013 wiedersehen«, schätzt er. Darauf stelle sich das Unternehmen ein. »Blütenträumen werden wir nicht mehr nachlaufen.«

Helfen soll stattdessen ein »Restrukturierungsprogramm«. Der Gesellschafter Odewald & Compagnie stecke noch einmal »sehr viel Geld« in das Unternehmen, »und die Banken lassen uns für längere Zeit in Ruhe«, sagte Graf. Für eine langfristige Beschäftigungssicherung forderten beide aber auch einen Beitrag der Belegschaft. Ihre »Beteiligung« an der Restrukturierung könnte ein Verzicht auf Urlaubs- und Weihnachtsgeld sein. Auch von Stundung dieser Leistungen ist die Rede. Außerdem sollen Lohn- und Gehaltserhöhungen um ein Jahr verschoben werden. »Die Gewerkschaft ist im Moment noch stark dagegen«, sagte Graf. Weil bislang keine Einigung mit der IG Metall erzielt wurde, soll jetzt auch das Urlaubsgeld 2009, das zur Debatte stand, ausgezahlt werden.

Der Hassia-Betriebsratvorsitzende Harro Ostermann beschrieb seinen Gemütszustand gestern als »recht ungehalten«. Auch die Stimmung im Betrieb sei »nicht sonderlich gut«, weil Grafs Aussagen »so nicht bekannt« gewesen seien. Über einen Beitrag der Mitarbeiter könne man sich unterhalten, »wenn die Bedingungen stimmen«. Mehr wollte Ostermann nicht dazu sagen, »das wäre reine Spekulation«. Gestern noch sollte der Betriebsrat tagen, für heute wird IG-Metall-Gewerkschaftssekretär Rainer Gottwald in Ranstadt erwartet. (Foto: pv)

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Artikel vom 24.09.2009 - 11.00 Uhr
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