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12.09.2010 - 18.13 Uhr
15 Kilogramm Haschisch an Ranstädter verkauft?
Ranstadt/Gießen (kan). Von 2007 bis 2009 soll ein 35-Jähriger aus Maintal dreizehn Mal ein und einmal zwei Kilo Haschisch in Ranstadt verkauft haben. Der Angeklagte stritt das ab und erklärte, der Ranstädter wolle ihm etwas anhängen.
Als Begründung bot er der Zweiten Strafkammer der Gießener Landgerichts am Freitag zu Prozessbeginn einen Streit an, der einige Jahre zurückliegt. An den wiederum konnte sich der Ranstädter nicht erinnern. Kurz nachdem der 35-Jährige nach zweieinhalbjähriger Haft entlassen worden sei, sei er bei ihm aufgetaucht, um neue Geschäfte zu machen, erzählte der Zeuge, dessen eigenes Verfahren noch läuft. Der Angeklagte dagegen versicherte: »Ich war so froh, dass ich meine Strafe abgesessen hatte, es war eine harte Zeit im Knast.« Deshalb sei es doch äußerst unwahrscheinlich, dass er gleich wieder in die Drogengeschäfte einsteige.
Bei einer Durchsuchung des 35-Jährigen, seiner Wohnung und eines von ihm gefahrenen Autos fand die Polizei allerdings Kokain, Haschisch und über 2000 Euro. Aber auch dafür hatte er eine Erklärung. Er habe zwar von den Drogen gewusst, die hätten aber nicht ihm gehört, sondern einem Bekannten, dessen Auto er verkaufen sollte. Und mit dem Geld habe er genau an diesem Tag für das Eiscafé seiner Lebensgefährtin neue Möbel kaufen wollen. Das bestätigte die 33-Jährige und gab auch an, dass ihr Partner bei ihr im Café arbeite. Für Drogengeschäfte hatte er ihrer Auffassung nach überhaupt keine Zeit.
Dass er sowohl einen gefälschten Ausweis als auch ein Führerscheinplagiat besaß und auch benutzte, bestritt der Marokkaner nicht. Die Papiere habe er vor etlichen Jahren erworben, einen falschen Namen aufdrucken lassen, weil er damals Angst vor einer Abschiebung gehabt habe.
Gegen den 35-Jährigen sprachen neben der Aussage des Ranstädters auch die Erkenntnisse der Polizei. Die hatte nach Angaben eines Friedberger Beamten das Telefon des Belastungszeugen überwacht. Auf diesem Apparat soll auch der Angeklagte mehrmals angerufen haben. Das widerspricht dessen Aussage, keinen Kontakt zu dem bis vor Kurzem Drogenabhängigen gepflegt zu haben. Außerdem hatte die Polizei das Motorrad des 35-Jährigen in Ranstadt gesehen.
Um diesen Hinweisen nachgehen zu können, setzte die Kammer einen zweiten Termin an. Am 27. September werden weitere Zeugen gehört.