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04.03.2010 - 22.33 Uhr
Windpark Rüddingshausen: Kompromiss erläutert
Rabenau (vh). Unvermindert groß ist das Interesse der Rüddingshäuser Bevölkerung am Thema »Windenergieanlagen«. Nur einen Monat nach der ersten Infoveranstaltung über die Erweiterung des Windparks auf dem »Läushübel« von vier Anlagen auf sieben oder acht kamen am Mittwoch erneut über 150 Bürger in die Sport- und Kulturhalle.
Ortsbeirat und Bürgermeister hatten eingeladen. Der interessierte Investor »Theolia Naturenergien« hatte durch Planer Dr. Klaus Müller einen Kompromissvorschlag erarbeiten lassen (die AZ berichtete), der wurde jetzt vorgestellt.
Auf der Vorrangfläche sind insgesamt acht Windräder genehmigt. Für die anstehende Erweiterung würden sich die Die Investoren mit drei Neuanlagen begnügen, die allerdings höher wären als die alten (138 statt 100 m) - vor allem aber leistungsstärker (drei mal 1500 KW statt viermal 800 KW).
Bei der ersten Veranstaltung war von Bürgerseite vor allem auf einen ausreichend großen Abstand neuer Mühlen zum Ort gedrängt worden; zudem wurde die Geräuschkulisse der Altanlagen moniert, deren Genehmigungsbasis tagsüber bei 60, nachts bei 45 Dezibel liegt. Gemessen wurde von einem Rüddingshäuser auf privater Basis ohne Berücksichtigung der vorhandenen Lärmgrundlast gegen Mitternacht aber ein Wert von über 60 Dezibel. Dagegen wurden Schattenwürfe durch die Rotorblätter weder damals noch diesmal problematisiert.
Planer Müller vermittelte nun die relevanten Werte des Kompromissvorschlags. Wesentlich: Der geringste Abstand zu einem der insgesamt sechs festgelegten Immissionsmesspunkte sei jetzt mit 1150 m der zum etwas außerhalb gelegenen Hübler Hof. Zu allen anderen Wohnbebauungen liege der Mindestabstand bei 1359 m (bisher 700 m). Die Schallimmission schwankt zwischen 31,2 Dezibel (Wermertshausen) und 37,0 Dezibel (Rüddingshausen-Ortskern). Unklar blieb, an welcher Kreuzung der Ortskern konkret festgemacht wurde.
Neu Technik: Blinken nur bei Flugverkehr
Mit der Dämmerung schaltet die gesetzlich vorgeschriebene Nachtbefeuerung ein (rotes Blinklicht). Die Lichter aller drei Windanlagen sollen in gleichen Abständen blinken. Eine innovative Technik, die über Radar Flugverkehr erkennt und nur in diesem Bedarfsfall das Blinklicht einschaltet, befinde sich zurzeit noch in der Versuchsphase, sagte Müller. Und verwies auch auf die Eissensoren, die den Stillstand auslösten. Für den Standort am Wald müsse noch abgeklärt werden, ob hier Fledermäuse durchzögen.
In seiner nächsten Sitzung will der Ortsbeirat über den Kompromiss beraten.
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