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Rabenauer Charolais-Rinder den Winter über unterm Zeltdach

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Artikel vom 26.02.2012 - 23.07 Uhr

Rabenauer Charolais-Rinder den Winter über unterm Zeltdach

Rabenau (vh). Als Grazien mit Sympathieträger-Merkmalen gehen die Charolais-Rinder nicht durch. Vom Wuchs her sind sie groß, breit und muskulös. Robuste Tiere. Die Rasse stammt aus Frankreich, ist einfarbig weiß in der Jugend und später cremefarben, ohne Pigmentflecken.

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Stroh wird auf den Hallenboden geblasen. Auch hier mit dem Futtermischwagen. (Fotos: vh)
Kein Milchvieh, sondern der bevorzugte Lieferant von Fleischprodukten ist momentan im Mutterkuhstall von Ilse und Arndt Roswag oberhalb von Kesselbach am Ortsausgang in Richtung Odenhausen untergebracht. Und die Rinder scheinen eher »unmusikalisch«, denn 240 Tiere – Kalb, Kuh, Stier – sind von stoischer Gelassenheit und geben keinen Laut. Allerdings ist Publikum hier oben keine Seltenheit. Wie am Samstagnachmittag beim Wintertreffen der Interessengemeinschaft Charolais Hessen.

Während der kalten Jahreszeit, von November bis Ende März, ist die freitragende Folienhalle des kanadischen Herstellers Cover-All mit der Grundfläche von 62 mal 35 Meter und einer Giebelhöhe von 14 Metern aufgestallt. Der Hallenboden wird ständig mit Stroh bestreut, die Futtercontainer mit Silage. Bei Roswags haben Gabel und Schaufel ausgedient. Angesichts der Hallengröße und der benötigten Menge an Bodeneinlage und Futter fährt der Traktor mit Futtermischwagen einmal rund, wobei das Material mittels Gebläse an Ort und Stelle gelangt. Das geht ruck, zuck, wirbelt aber ordentlich Staub auf und die Rinder sind hinterher eingestreut. Doch wieder kein Ton. Charolais scheinen wirklich die Ruhe selbst zu sein. Demnächst erhalten die Rinder einen Klauenschnitt, bevor es Ende März wieder hinaus auf die Weide geht wo jetzt schon 60 Stück Jungvieh grasen.



Blick in den Stall – via Internet



Gut zwei Jahre steht die weithin sichtbare Halle wie ein Wahrzeichen da. Sie wurde durch die Rabenauer Gemeindegremien genehmigt und durch den Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums der EU gefördert. Zum Gesamtkonzept gehören ein Laufhof (620 Quadratmeter), das Fahrsilo (1700 Kubikmeter) und die Jauchegrube (235 Kubikmeter).

Hallenhöhe und die Rundumgestaltung sorgen für ein angenehmes Klima und ausreichende Luftzufuhr. Für einen guten Lichtdurchlass wurde eine sandfarbene Folie gewählt. Bei Bedarf können Windschutznetze an den Seiten nachträglich eingebaut werden. Im Hallenboden sind Hülsen im Rastermaß vier mal vier Meter eingelassen, die verschiedene Boxengrößen und -formen zulassen. Hiermit ergibt sich auch die Möglichkeit, die Aufstallung komplett zu entfernen. Dies erleichtert das Entmisten und Reinigen. Und die Halle kann während der Weidesaison anderweitig genutzt werden.

Hendrik Werner erklärte den Besuchern das ausgeklügelte Überwachungssystem der Halle. Unter der Decke hängt eine Rundumkamera mit Zoomeinrichtung, die von weitem einer schlichten Lampe ähnelt. Über das Internet können Roswags von zu Hause (Hofgut Londorf) in jeden Winkel der Halle blicken und sogar eine Beleuchtung einschalten. Mitarbeiter Fabian Köker und Praktikant Lars Siegel zeigten die Beschickung mit Stroh und der Futtercontainer. Mitglieder von Arndt Roswags Chor »Regenbogen« hatten Getränke und Süßigkeiten bereitgestellt, Thomas Gabler eine Lautsprecheranlage.

Am Vormittag hatte Ludwig Probst vom Produktmanagement Rind der Raiffeisen Waren-Zentrale (RWZ) Rhein-Main Köln in der Gaststätte »Zum Lumdatal« (Londorf) mit einem Fachvortrag über »Einsatz von Crystalyx Leckmassen in der Fleischrinderhaltung« informiert. Abgestimmt auf den speziellen Nährstoffbedarf der Wiederkäuer bietet Crystalyx eine Kombination aus hoher Energie, pflanzlichem Eiweiß, Mineralstoffen, Spurenelementen und Vitaminen, ist also ein Ergänzungsfuttermittel auf Basis von dehydrierter Melasse und Pflanzenfett.

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Artikel vom 26.02.2012 - 23.07 Uhr
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