Rabenau (nac). Am Sonntag erwarteten einige Rüddingshäuser die Ankunft des Spendenlaufes »Run for their lives«. Gegen 18.30 Uhr trafen die sechs Läufer, die sich gegen Mittag in Marburg aufgemacht hatteen, an der Sport- und Kulturhalle in Rüddingshausen ein; darunter Initiator Charly Weiper.
Srebrenica-Läufer Charly Weiper in Rüdingshausen (rechts).
Zum Empfangskommitee zählten Bürgermeister Kurt Hillgärtner und Ortsvorsteher Ewald Thomas. Bernd Zarstek, Vorsitzender des FC Rüddingshausen, reichte Erfrischungsgetränke.
Rüddingshausen war ein Halt auf der 1746 Kilometer langen Strecke von Havixbeck/Westfalen nach Srebrenica. Mit dem Charity-Lauf will Weiper für positive Unruhe sorgen, die Aufmerksamkeit auf die Lage der Menschen in Bosnien- Herzegowina lenken. Er soll das Hilfsprojekt »Zurück ins Leben« des Vereins »Unterstützung Osteuropa« in Bosnien fördern.
Im Juli 1995 waren bis zu 8000 Bosnier hingerichtet worden, Jungen und Männer - das schlimmste Massaker in Europa seit Ende des Zweiten Weltkrieges. Das genannte Projekt soll den Frauen und Familien im Raum Srebrenica Lebensmut und Zukunftsperspektiven vermitteln. In Bratunac will man mit Hilfe der Spendengelder ein Therapiezentrum errichten.
Weiper hatte vor gut zwei Jahren den Gründer des Vereins »Unterstützung Osteuropa« kennengelernt und sich dann von der humanitären Hilfe selbst ein Bild der Lage gemacht. Die Spenden sollte wirklich den Bestimmungsort erreichen.
Zwei Jahre dauerte es, bis am 18. Juli in Havixbeck unter dem Motto »Bewegt Euch, um zu bewegen« der Startschuss fiel - nach einem Frühstück für 1500 Leute in Weiper Heimatort. Mit Weiper liefen 300 Läufer los. Nach 57 Tagen will man am 12. September in Srebrenica ankommen. Im Durchschnitt laufen acht bis zehn Läufer mit. Die Tagesstrecken haben ungefähr 30 Kilometer Länge.
Weiper betonte in Rüddingshausen, dass jeder mitlaufen, walken oder gehen könne. Jeder in seiner Geschwindigkeit. Es gehe nicht um Schnelligkeit, sondern um sichtbare Solidarität. Von jedem Ort aus könnten sich Menschen anschließen und die Tour ein Stück weit begleiten. Die Teilnehmer unterstützen diese Aktion mit einer Spende von jeweils zehn Euro. Nach acht Tagen und etwa 230 Kilometer hatte der Tross in der bereits 15 000 Euro Spenden beisammen. Die Kosten für das Laufprojekt werden nicht mit den Spenden verrechnet. Die kommen 1:1 dem Hilfsprojekt zugute. Die Ministerpräsidenten Nordrhein-Westfalen, Hessens und Bayern sowie der Bundestagsabgeordnete Karl Schiewerling (Coesfeld) haben die Schirmherrschaft übernommen. Für Bosnien ist Fußballer Edin Dzeko Schirmherr. Hauptsponsor ist Mobilfunkanbieterer O2. Weiper berichtete, dass weitere Prominente die Aktion mittrügen.
Nach einer Nacht in Wohnwagen und Zelten ging es am Montag gegen 9 Uhr via Mücke weiter nach Ulrichstein im Vogelsberg.