»Michel« für Momberger krönte Hochstimmung im Festzelt
Rabenau (vh). Zum Auftakt des 20. Michaelismarktes am Freitagabend verdrängte Hochstimmung im Festzelt auf dem alten Schulhof wirkungsvoll den vermeintlichen »Spielverderber« Nieselregen. Anfängliche Befürchtungen, Eröffnungsgäste könnten ausbleiben, erfüllten sich glücklicherweise nicht.
Fassbieranstich mit Bürgermeister Hillgärtner (links) und Edgar Müller (Licher Brauerei).
Als Publikumsmagnet wirkte die übliche Geheimniskrämerei um die Verleihung des »Rabenauer Michel« - die stilisierte Metallskulptur in Rabenform und eine der höchsten Auszeichnungen der Gemeinde für besonderes Engagement für das Gemeinwohl. Bereits im zehnten Jahr besorgte die Familie Momberger mit Helferteam die Bewirtung im Marktfestzelt. Brigitte Momberger nahm stellvertretend von Bürgermeister Kurt Hillgärtner den »Rabenauer Michel« entgegen.
Vom Bürgermeister wurde anfangs noch das Ergebnis der Findungskommission (Marktausschuss) als »schwere Geburt« bezeichnet, jedoch fand die Jurywahl bei Bekanntwerden allgemeine Zustimmung. Für alle sichtbar rackert sich das Team Momberger alle Jahre ehrenamtlich ab, damit die Londorfer samt Gästen tüchtig feiern können. Zum handfesten Engagement kommt das soziale, denn regelmäßig spenden die Mombergers den Getränkeverkaufserlös aus dem Eröffnungsabend für einen guten Zweck. In seiner Laudatio auf die Preisträger erwähnte Hillgärtner einige Spendenempfänger: Museum und Dom der Rabenau, Ferienspiele, Kinderkrebsstation der Uniklinik Gießen und sogar Flutopfer aus der Partnergemeinde in Rabenau/Sachsen. Diesmal geht die Spende an das neu einzurichtende Jugendzentrum im alten Londorfer Schulsaal.
Etliche Ehrengäste hatten sich entschuldigt, andere waren zur Markteröffnung erschienen: Bürgermeister Hormann (Allendorf/Lumda) mit den Marktfrauen Elfriede Müller und Ulrike Ziegler, Edgar Müller (Licher Brauerei), Jagdpächer Werner Possmann (Frankfurt), Mitglieder des Rabenauer Gemeindevorstands, der Gemeindevertretung, des Marktausschusses, Fraktionsvertreter der Parteien, Ortsvorsteher, Vertreter der Geldinstitute und Kirchengemeinden sowie frühere Marktwächter und Preisträger.
Der amtierende Marktwächter Armin Brück (Londorf) verlas die Marktrechtsurkunde von 1812 und gab einige Anekdoten über lustige Begebenheiten in den Ortsteilen preis. Erstmals wurde die Markteröffnung zum Anlass genommen, den vorherigen Marktwächter offiziell zu verabschieden (Amtsdauer: zwei Jahre). Egon Kellermann (Allertshausen) sagte, es habe ihm vor allem Spaß gemacht. Marktwächter zu sein bedeute auch eine ehrenvolle Aufgabe. Kellermann animierte Brücks potenzielle Nachfolger.
Bürgermeister Hillgärtner erinnerte an die Bereitschaft Mombergers, vor zehn Jahren das Risiko einer Marktbewirtschaftung auf sich zu nehmen. »Ich denke das hat sich gelohnt«. Im Markttrubel bleibe Brigitte Momberger als Teamleiterin stets der ruhende Pol. Die Geehrte dankte Altbürgermeister Wilfried Eckl, der den Michaelismarkt neu initiiert und vor zehn Jahren auch Mombergers Bedenken erfolgreich zerstreut hatte. Edgar Müller, seit 20 Jahren dabei, versprach den Ortsmarkt weiterhin nach Kräften zu unterstützen. Für die richtige Festzeltmusik sorgten »Die lustigen Pfefferbeißer«.