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Londorf erhält vielseitigen, lebenserfahrenen Pfarrer

Artikel vom 03.02.2008 - 23.15 Uhr

Londorf erhält vielseitigen, lebenserfahrenen Pfarrer

Rabenau (mib). Was Andreas Luipold - der »neue« Pfarrer in Londorf - aus seinem Leben erzählt, ist spannend. Was er anpackte, vertiefte seine Lebenserfahrung, was er sich erarbeitete, eröffnete ihm neue Lebenswege. Wen wundert es da, dass der seit 1996 mit Stefanie Luipold verheiratete Pfarrvikar reiten kann und seine zwei Islandpferde selbst fachmännisch beschlägt? Oder dass er seit einem Jahr auch wieder ein Motorrad hat und sich selbst mit der Hilfe eines Freundes das Schweißen beibrachte? Am Sonntag wird er in einem Festgottesdienst von Propst Eibach ordiniert. Mit seinem Dienstantritt geht in Londorf die über ein Jahr dauernde Vakanzzeit nach dem Wechsel von Pfarrer Lutz Neumeier nach Lich zu Ende.
Londorfs neuer Pfarrer Luipold
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Londorfs neuer Pfarrer Luipold
Luipold wurde in einem Dorf in der Nähe von Bad Schwalbach im Taunus geboren. Nach dem Grundwehrdienst beendete er eine auf zwei Jahre verkürzte Bäckerlehre in Ingelheim. Eigentlich wollte ihm die Firma, die Produktentwicklung und -kontrolle bei Backwaren betrieb, ein Studium der Ernährungswissenschaften ermöglichen. Firmeninterne Umschichtungen ließen diese Hoffnung platzen. Gute Erfahrungen in einem Jugendbibelkreis und Gespräche mit einem Pfarrvikar ermutigten ihn, in Frankfurt ein Theologiestudium zu beginnen. Vor dem Grundstudium lernte er Griechisch und Hebräisch, Latein hatte er in der Schule »gepaukt«. In Bochum bereitete er sich auf ein Auslandsjahr an der »Irish School of Ecumenics« vor. Die Begegnung mit Christen aus aller Welt in Dublin und die Kraft, die von den Gottesdiensten und liturgischen Feiern ausging, haben ihn sehr geprägt.

Nächste Station nach Irland war die Uni in Marburg, wo er beim Prüfungsamt der Evangelische Kirche in Hessen und Nassau sein Studienabschlussexamen ablegte. Die EKHN rückte ihn auf eine »Warteliste«, denn damals wurde ein Drittel der Studienabgänger sofort in die Pfarrerausbildung übernommen, ein Drittel erhielt unveränderbar eine halbe Pfarrstelle für zehn Jahre. Wer zum letzten Drittel ging, musste mindestens zwei Jahre »irgendwie fern der EKHN anstellungslos überwintern«. Luipold hatte bei der »Lebenshilfe Marburg-Biedenkopf« schon während des Studiums oft Nachtdienste übernommen. Nun fand er hier eine feste Anstellung. Die ihm übertragenen Aufgaben nahm er gewissenhaft wahr und war am Ende neun Jahre bei der Lebenshilfe. Daneben nahm er ein Fernstudium der Sozialwissenschaften auf, das er mit dem Vordiplom abschloss. In diese Zeit fällt die Heirat mit Stefanie Luipold, die im sozialen Bereich der Jugendhilfe arbeitet. Eine Erkrankung rief Luipold für acht Wochen aus seiner Arbeit bei der Lebenshilfe heraus. Wie er im Gespräche mit der »Allgemeinen« weiter sagte, dachte er nun darüber nach, den zeitweise liegengebliebenen »Lebensfaden Kirche« wieder aufzunehmen und die mit dem Studium begonnene Arbeit abzuschließen. Seine praktischen Ausbildung erhielt er in Eifa und Frohnhausen bei Lehrpfarrer Frank Kopania (Battenberg). Das »Spezialpraktikum«, das in der EKHN vor der Übernahme einer Pfarrstelle steht, kann man nach eigenen Vorstellungen selbst wählen: Luipold ging zu Studienleiter Wolfgang Wendel im Religionspädagogischen Amt Herborn, der ihn an einer Berufsschule (Driedorf) einsetzte. Nach der Abkürzung seines Spezialpraktikums kam er an das Gymnasium Johanneum in Herborn, wo er zuletzt eine ganze Lehrerstelle (26 Stunden) hatte. Diese schloss er am 31. Januar ab, um tags darauf seinen Dienst als Pfarrvikar in Londorf anzutreten.

Wer so viel im Leben erlebt hat wie der neue Pfarrer von Londorf, ist zunächst erst einmal neugierig: Luipold wird in den nächsten Wochen erfahren, was in Londorf war und ist, was läuft und was gut läuft. Er freut sich nach seinen ökumenischen Erfahrungen in Dublin auf die Abendgebete in Allertshausen, an denen er teilnehmen möchte, ebenso auf die Kontakte mit der katholischen Gemeinde Londorf. Konfirmandenfreizeit, Konfirmation und eine goldene und eine diamantene Hochzeit stehen schon ins Haus.

Sonntag, 8. Februar, 14 Uhr, wird er in einem Festgottesdienst in der Kirche Londorf ordiniert. Anschließend lädt der Kirchenvorstand zu einem Empfang ins Gemeindehaus ein, wo der »Neue« dann willkommen geheißen wird. (Foto: mib)

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Artikel vom 03.02.2008 - 23.15 Uhr
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