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Freiwillige Feuerwehr Londorf feiert 75-jähriges Bestehen

Artikel vom 11.03.2010 - 15.19 Uhr

Freiwillige Feuerwehr Londorf feiert 75-jähriges Bestehen

Stetig voran ging es mit der Ausbildung und technischen Ausstattung. 1936 besuchte Löschmeister Rein die Feuerwehrfachschule in Mainz, Otto Wißner und Otto Bötz nahmen 1937 an einem Maschinisten-Lehrgang teil. Im selben Jahr ernannte Bouffier die Londorfer Feuerwehr zur Bezirksfeuerwehr. Das hatte zur Folge, dass die erste tragbare Motorspritze der Firma Metz nebst B- und C-Schlauchmaterial angeschafft werden konnte, bis Jahresende kamen ein Vorspann- und Schlauchwagen hinzu.

Hydrantenmannschaft und Motorspritze der jungen Londorfer Wehr absolvierten ihre erste Bewährungsprobe im Rahmen einer überörtlichen Großalarmübung im Hofgut Schutt, an der 27 Freiwillige und 31 Pflichtfeuerwehrmänner aus Londorf, Allendorf/Lumda, Lollar und Grünberg teilnahmen. 1939 erhielt Londorf eine »stille Alarmanlage«, 1954 installierte die Post eine Ortsrufanlage mit Feuermelder, die vom Ortsbrandmeister oder durch das Gemeindeamt auszulösen war. Im Kriegsjahr 1943 galt die Londorfer Wehr als vollmotorisiert, nachdem eine zweite Motorspritze und ein Löschfahrzeug LF8 vom Typ Mercedes angeschafft worden war. Im Folgejahr musste sich das Inventar bei pausenlosen Einsätzen in der Folge von Bombenangriffen auf Gießen und Reinhardshain bewähren. Nach Kriegsende litt die Londorfer Feuerwehr an Personalmangel, ein Neuaufbau erfolgte mit Eberhard Rain als Wehrführer ab 1946.

Wiederum interessierten sich viele junge Männer für das ehrenamtliche Löschen und Retten, sodass die neu erstehende Einsatzabteilung und der Verein zehn Jahre nach ihrer Gründung erneut »in die Pötte kamen«.

Mittlerweile war das alte Spritzenhaus unterhalb der Volkshalle zu beengt geworden, sodass die Gemeinde nebenan bis 1950 ein neues Gerätehaus mit Wohnung für den Gerätewart baute (als erster zog Heinrich Kraft, später Karl Bogenhardt hier ein). Der nun erforderliche Schlauchturm stand schon etwas früher anbei (er fiel bekanntlich am 18. Januar 2007 »Kyrill« zum Opfer). Einweihungsfeiern für Haus und Turm fielen zusammen mit der erstmaligen Ausrichtung des Kreisverbandstages durch die Londorfer, die nun häufiger und vor allem erfolgreich an Kreiswettkämpfen teilnahmen – mithin ein Motivationsschub für die Einsatzkräfte.

1957 absolvierte Heinrich Rabenau einen Brandmeisterlehrgang und übernahm das Amt des Wehrführers. Dem Bau des neuen Hochbehälters 1958 folgte die erhebliche Verstärkung der Wasserreserven, die bisher v. a. durch Unterflurhydranten der 1903 erbauten Wasserleitung sichergestellt wurde. Im Folgejahr kaufte die Gemeinde eine fahrbare mechanische Leiter mit zwölf Metern Einsatzlänge, die auch zur Wartung der Straßenbeleutung diente. 1960 feierte man das 25-Jährige mit der Übergabe eines neuen Löschfahrzeugs (Opel-»Blitz«), das durch Spenden der Bürger mitfinanziert werden musste. Noch im gleichen Jahr stellte die Wehr den in Eigenleistung erbauten Schlauchwagen für 400 m B-Schäuche fertig, der heute noch diensttüchtig ist. 1962 war die Anschaffung eines Schaumlöschgeräts bemerkenswert. Ab Mitte der 60er reichten die alten Rauchmasken bei Brandentwicklung neuer Kunststoffe nicht mehr aus, die ersten Atemschutzgeräte hielten alsbald Einzug.

1966: Katastrophenalarm im Lumdatal

Am 19. Juli 1966 verursachte ein außergewöhnlich starkes Hochwasser im gesamten Lumdatal Katastrophenalarm. Dabei zeigte sich eindringlich, dass die Feuerwehr ihre Bestimmung weit über die eines beliebigen Vereines hat und dass eine gut ausgebildete und ausgestattete Wehr allen Bürgern zugute kommen kann. 1967 stellte die Gemeinde einen Raum an der Volkshalle für Unterrichtszwecke zur Verfügung, im Folgejahr wurde eine neue Motorspritze in Dienst gestellt. 1971 errichteten die Brandschützer in Eigenleistung einen Anbau ans Gerätehaus. Im Zuge der Gebietsreform wurde Heinrich Rabenau als Wehrführer bestätigt und zugleich erster Ortsbrandmeister (heute Gemeindebrandinspektor), der neuen Großgemeinde. 1980 übergab die Gemeinde ein Löschgruppenfahrzeug LF16 an die Wehr – ein Wunschtraum der Einsatzkräfte.



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Artikel vom 11.03.2010 - 15.19 Uhr
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