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Mit altem »Passat« bis Amman in die Wüste

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Artikel vom 08.04.2010 - 04.00 Uhr

Mit altem »Passat« bis Amman in die Wüste

Pohlheim (hjp). »Ich bin so aufgeregt, dass ich mich beherrschen muss, nicht nur von der Rallye zu babbeln. Ich zähle schon die Tage!« Yvonne Lippert, Mitarbeiterin der Limes-Werkstätten in Grüningen, ist voller Vorfreude auf ihre Teilnahme an der Benefiz-Rallye »Allgäu - Orient«.
Die Pohlheimer Peter Pfeiler und Yvonne Lippert.	(Foto: hjp)
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Die Pohlheimer Peter Pfeiler und Yvonne Lippert. (Foto: hjp)
Zusammen mit ihrem Lebenspartner Peter Pfeiler sowie Uwe Diehl, Henning von Gustedt (Grüningen/Wetzlar) sowie Ines Rublack und Kai-Uwe Kaczmark aus Herten bildet die 48-Jährige das Grüninger Team. Sie wollen im Rahmen einer Langstreckenfahrt vom 30. April bis zum 10. Mai drei VW »Passat« zu einer Versteigerung nach Amman in Jordanien bringen. Während Pfeiler aufgrund etlicher Motorrad-Touren durch Nordafrika reichlich Wüstenerfahrung hat, wird der rund 6000 Kilometer lange »Ausflug« für Yvonne die erste Reise durch sandige Regionen sein.

Durch Zufall waren sie auf die Benefiz-Rallye gestoßen: »Eine kleine Notiz in einer Tourismus-Zeitschrift machte uns darauf aufmerksam«, sagt Motorradteilehändler Pfeiler. Spontan hätten sie beschlossen, da mitzumachen.

Nicht ganz einfach. Die Fahrzeuge müssten mindestens 20 Jahre alt und dürften - laut Schwacke-Liste - nicht mehr als 1111 Euro kosten. Der »Passat«, den er als Firmenwagen nutzt, erfüllt diese Bedingungen - aber ein Team hat aus mindestens zwei Fahrzeugen und sechs Personen zu bestehen. Also habe man versucht, Freunde für die Idee zu begeistern. So stießen die Pohlheimer auf Uwe Diehl, Henning von Gustedt sowie Ines Rublack und Kai-Uwe Kaczmark. Zwei weitere »Passat« wurden angeschafft, mattschwarz lackiert und für die Rallye in Oberstaufen angemeldet.

Das Pohlheimer »Six-Pack-Team« hat die Startnummer 17 unter den 100 gemeldeten Teams mit jeweils mindestens zwei Fahrzeugen und zwei Insassen. Bisher liegen Meldungen von weit über 500 Teilnehmern vor.

Die Allgäuer veranstalten die Rallye nach Amman zum fünften Mal. »Insgesamt sind 180 000 Euro zusammengekommen«, weiß Pfeiler. »Mit dem Geld wurde bei Amman geholfen, eine Käserei aufzubauen.« Pfeiler, Lippert & Co. denken nicht nur an den Wettbewerb: »Wir werden unser Auto vollgepackt mit Schulheften, Schreibwaren und anderen Hilfsgütern nach Amman bringen. Dort wird es, wie die Fahrzeuge der anderen Teams auch, für einen guten Zweck versteigert.«

Bis dahin ist es weit und strapaziös. »Wir dürfen auf der gesamten Strecke weder Autobahnen noch Mautstraßen benutzen. Auch Navigationsgeräte sind tabu. Darüber hinaus dürfen nur maximal 666 Kilometer pro Tag zurückgelegt werden, und Übernachtungen dürfen durchschnittlich nicht mehr als 11,11 Euro kosten.« Daher nehme man eine Camping-Ausrüstung mit, die am Zielort ebenfalls zur Verfügung gestellt werde. Zudem sind zwei Sonderprüfungen zu bestehen: die »1001-Nacht-Prüfung« rund um Damaskus und eine Wüstensonderprüfung in Wadi Rum. Letztlich ist eine spezielle Aufgabe zu lösen, die erst beim Start erläutert wird.

Bei aller Abenteuer-Freude: Das Wichtigste bleibe, den Menschen in der jordanischen Wüste zu helfen. »Wir möchten dazu gern einen Kinderrollstuhl als Spende mitnehmen.« Hierfür suchen Lippert und Pfeiler ebenso noch einen Sponsor wie für einen abschließenden technischen Check ihres alten »Passat«.

Am Ziel geht übrigens der Wunsch in Erfüllung, endlich einmal eine leibhaftige Prinzessin zu sehen. Eine solche nämlich sei die Vertreterin des Königshauses, die die Teilnehmer der Benefiz-Rallye in Amman begrüßt.

Internet: www.allgaeu-orient.de

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Artikel vom 08.04.2010 - 04.00 Uhr
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