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Veränderungen in Schullandschaft von Pohlheim und Lich

Artikel vom 09.02.2012 - 10.00 Uhr

Veränderungen in Schullandschaft von Pohlheim und Lich

Gießen/Lich/Pohlheim (so). Die einzügige Grundschule in Hausen kommt vom Schuljahr 2013/14 voraussichtlich an Kapazitätsgrenzen: Dann stehen 28 Kinder zur Einschulung an, im Jahr darauf, 2014/15 werden es voraussichtlich sogar 30 Kinder sein.

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Die Hausener Grundschule (Archivfoto: Geck)
Die Klassengrößen sind derweil auf maximal 25 Kinder festgelegt. Ergo müssten zwei Klassen gebildet werden, aber dafür reicht der Raum in dem Gebäude nicht. Die Lösung, die der Kreis als Schulträger plant: Schülerinnen und Schüler aus Hausen, die in der Straße »Am Erlenhof« wohnen, sollen in den beiden Schuljahren in der Limesschule in Watzenborn-Steinberg eingeschult werden. Dies biete sich an, so die Schuldezernentin Dr. Christiane Schmahl, weil die Straße »Am Erlenhof« nahe der Limesschule liege und die Kinder von dort bereits die Tagesstätte im Fortweg besuchten, die mit der Limesschule kooperiert.

Die Limesschule hat ausreichend Kapazitäten. Die Pohlheimer Schulen, das Staatliche Schulamt und die Stadt Pohlheim seien eingebunden gewesen in die Diskussion, alle Beteiligten gingen diesen Weg mit, so die Dezernentin. Ergo einstimmige Empfehlung auch durch den Schulausschuss des Kreistags, der am Dienstag in Wettenberg tagte.

Veränderungen auch in der Licher Schullandschaft: Die Erich-Kästner-Schule in der Kernstadt wird in diesem Jahr einen rund vier Millionen Euro teuren Neubau bekommen; und der Kreis als Schulträger will dort künftig nur noch eine Schule betreiben. Heißt für die Selma-Lagerlöf-Schule, dass dort ab dem Schuljahr 2012/13, also vom kommenden Sommer an, keine Klassen mehr gebildet werden und die Schule im Schuljahr 2014/15 auslaufen wird. Dies ist mit den Eltern der Kinder der Selma-Lagerlöf-Schule und auch den Familien mit Erstklässlern im Sommer so auch vorbesprochen, legte Dr. Schmahl im Schulausschuss dar. Daneben gelte es, die Grundschule in Langsdorf dauerhaft zweizügig zu sichern. In weiteren Gesprächen mit Eltern habe sich herausgebildet, dass für Familien aus Muschenheim die Schule in Langsdorf erste Wahl sei. Eberstädter Familien präferierten die Erich–Kästner-Schule in der Kernstadt, während Eltern aus Nieder-Bessingen und Ober-Bessingen eher uneinheitlich votierten. Da werde man, wo möglich, dem Elternwunsch folgen und mit Gestattungen »großzügig umgehen«. Die entsprechende Änderung der Schulbezirkssatzung wurde vom Fachausschuss einstimmig ohne weitere Debatte empfohlen. Die Vertreterin des Ausländerbeirats im Ausschuss, Francoise Hönle, beklagte grundsätzlich die Pläne, die Erich-Kästner-Schule abzureißen und durch einen Neubau zu ersetzen, und äußerte Zweifel an der Notwendigkeit. Es seien schlicht energetische Gründe, die zu diesem Schritt führten, legte die Dezernentin dar.



Scherer (FDP ): rechtliche Bedenken



Mehr Diskussionsbedarf sah der Sprecher der FDP, Harald Scherer, ob der geplanten Vereinbarung zwischen der Stadt Lich und dem Landkreis Gießen zur Finanzierung der Licher Schul-Sanierungspläne. Der Hintergrund: Der Grundschul-Neubau in der Kernstadt liegt bei rund vier Millionen Euro, der Kreis sieht darüber hinaus zudem auch nach der Totalsanierung der Anna-Freud-Schule »erheblichen Finanzierungsaufwand«, um die Gesamtschule und die beiden Grundschulen am Standort Lich zu erhalten. Da ist geplant, nicht mehr benötigte kreiseigene Grundstücke zu veräußern, um Einnahmen zu haben. Idee der Kooperation von Stadt und Kreis: Diese Grundstücke durch kommunale Bauleitplanung vom Status »Sondergebiet Schule« in Bauland umzuwandeln und so eine Wertsteigerung zu erreichen. Die daraus resultierenden Verkaufserlöse will der Kreis in Schulbau am Standort Lich investieren. Die Stadt Lich verzichtet ihrerseits auf eine Wertabschöpfung. Dezernentin Schmahl sprach da von einem »Benefit für beide Seiten«.

FDP-Mann Scherer beurteilt dies eher kritisch und vermutet darin eine Ungleichbehandlung anderer Schulen respektive Schulstandorte – eben jener, wo kein Grund zu verkaufen ist, um den Erlös vor Ort zu investieren. Hier werde Lich bevorzugt. Es werde eine »Sonderinvestition« geschaffen für einen einzelnen Standort zulasten anderer Schulen. Wenn in Lich Mehreinnahmen erlöst würden, sollten diese auch anderen Schulstandorten zugute kommen. Die geplante Vereinbarung nannte der Liberale »rechtlich nicht unbedenklich«.

Die Vereinbarung sei juristisch geprüft, hielt die Dezernentin dagegen und verwies zugleich auf das einstimmige Votum der Licher Gremien. Dort stand das Thema am Mittwochabend auch auf der Tagesordnung der Stadtverordnetenversammlung. Zudem sicherte sie zu, dass jeder kommende Grundstücksverkauf en detail in den Gremien beraten werden könne.

Die Empfehlung des Ausschusses an den Kreistag erfolgte durch die Koalition von SPD, FW und Grünen sowie die oppositionelle CDU einstimmig; die FDP hat als Gruppe ohne Fraktionsstatus im Ausschuss kein Stimmrecht.

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Artikel vom 09.02.2012 - 10.00 Uhr
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