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Übungen der Wehren aus Lich und Pohlheim

Artikel vom 29.06.2010 - 19.13 Uhr

Übungen der Wehren aus Lich und Pohlheim

Pohlheim/Lich (ang). »Hilfe! Hilfe! Mein Baby!« Blutüberströmt flehte die junge Schwangere die ersten Helfer im Zug von Garbenteich nach Lich an. Zum Glück war alles nur eine Übung. Bernd Schöps, Dorf-Güller Wehrführer und Zugführer des erweiterten Löschzuges Pohlheim und sein Kamerad Holger Merle aus Lich hatten die Idee, eine Übung im Zusammenhang mit der Eisenbahn zu machen. Die erweiterten Löschzüge bei Katastrophen- und Großschadenslagen wurden bei der Übung alarmiert.
Der Transport von Verletzten nach dem »Zugunfall« wurde geübt.	(Foto: ang)
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Der Transport von Verletzten nach dem »Zugunfall« wurde geübt. (Foto: ang)
Folgende Situation wurde dann »durchgespielt«: In Lich sind Feuerwehrleute aller Stadtteile unter der Leitung von Marco Hahn im erweiterten Löschzug. In Pohlheim ist Bernd Schöps Zugführer. Hier sind es die Wehren aus Dorf-Güll, Holzheim und Hausen, die den Zug zur Abwehr von Katastrophen bilden. Bei Kilometer zwölf auf der Strecke zwischen Garbenteich und Lich fällten die Organisatoren nach Ende des Fahrplanbetriebes einen Baum.

Ein Lokführer brachte den Triebwagen mit dreizehn Verletzten, die sich vorher geschminkt hatten, an die Unfallstelle. Rotkreuzmitarbeiter aus Felllingshausen, Laubach, Marburg und Gießen mimten die Verletzten. Angenommen wurde, dass bei einer Notbremsung zahlreiche Fahrgäste verletzt wurden. Jetzt ging alles gemäß dem Notfallplänen von Bahn und Hilfsorganisationen. Der Lokführer alarmierte den zuständigen Fahrdienstleiter am Pfahlgraben, dieser setzte eine Meldung an die Notfallleitstelle der Bahn in Frankfurt am Main ab. Diese informierte die zentrale Leitstelle in Gießen.

Von hier aus wurden die Löschzüge aus Pohlheim und Lich, sowie Rotkreuzeinheiten aus dem ganzen Landkreis in Bewegung gesetzt. Hans Bäcker, Notfallmanager der Bahn, zeigte sich zufrieden mit dem Ablauf der Übung. Um 20.52 Uhr wurden die Wehren alarmiert und machten sich auf den Weg. Einen Kilometer hatten die ersten Gruppenführer zu Fuß auf den Gleisen zurückgelegt, bis sie an die Unfallstelle kamen. Dann ging alles sehr schnell. Mit Loren wurden Tragen, Leitern und weitere Geräte an die Unfallstelle gebracht.

Zahlreiche Rotkreuzzüge, darunter Sanitäts-, Betreuungs- und Technikzüge sorgten für eine vorbildliche Versorgung der Verletzten bereits im Waggon. Der Abtransport der nach Verletzungsgrad eingeteilten Patienten erfolgte mit Loren über die Schienen in Richtung Garbenteich.

Auf einem Feld hatte das Rote Kreuz derweil einen Verbandsplatz eingerichtet. Mehrere Zelte mit medizinischen Geräten waren im Nu aufgebaut. Zusätzlich zu den 60 Feuerwehrleuten unter der Leitung des stellvertretenden Zugführers des Pohlheimer erweiterten Löschzuges, Markus Lohrey, waren 150 Rotkreuzmitarbeiter unter der Leitung von Christian Betz im Einsatz. Neben dem Verbandsplatz richteten die Helfer in der Klosterwaldhalle eine Versorgungsstelle ein. Im Ernstfall hätte es hier Unterkunftsmöglichkeiten für Opfer gegeben. Zur Übung nutzte man die Halle für die Versorgung der Einsatzkräfte, die gegen 10 Uhr am frühen Samstagmorgen völlig abgekämpft einer Stärkung entgegensahen.

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Artikel vom 29.06.2010 - 19.13 Uhr
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