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Schwalben im Garbenteicher Dorfbild unersetzlich

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Artikel vom 08.08.2013 - 11.00 Uhr

Schwalben im Garbenteicher Dorfbild unersetzlich

Pohlheim (rge). Rund um die Garbenteicher Kirche herrscht in diesen Sommertagen viel Luftverkehr. Pfeilschnell segeln Mehlschwalben durch die Luft auf ihrer Suche nach Fluginsekten jeder Art, um damit ihren hungrigen Nachwuchs zu füttern.

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Von den Natur- und Vogelfreunden zeigt Marco Stumpf das Schwalbenhaus, in das Mehlschwalben eingezogen sind. (Foto: rge)
Unterbrochen wird ihr Flug nur von einem Turmfalken, den sie wild entschlossen zur Selbstverteidigung im Sturzflug und mit ihrem charakteristischen Ruf attackieren. Der Falke dreht irritiert ab. Sie haben es nicht weit zu ihrem Nest, denn in direkter Nachbarschaft zum Kirchturm steht das Schwalbenhaus in luftiger Höhe. Das ist ihr neues Zuhause, das sie für sich entdeckt haben. Entsprechend freuen sich die Natur- und Vogelfreunde Garbenteich um ihren Vorsitzenden Armin Stumpf. Denn es war nicht einfach, den richtigen Standort für die flinken Segler zu finden. Nach mittlerweile elf Jahren Wartezeit ist Leben im Haus.

Von den 48 Kunstnestern sind inzwischen zwölf von Mehlschwalbenpaaren bezogen. Diese haben Nachwuchs, und der streckt schon seine kleinen Schnäbel durch den Einflugschlitz und will versorgt werden, zeigt Natur- und Vogelfreund Marco Stumpf beim Vor-Ort-Termin mit der Gießener Allgemeinen Zeitung. Erster Standort war 2002 in der Nähe der Volksbank-Filiale. Den mochten die Schwalben allerdings gar nicht. Keine Schwalbe ließ sich bewegen, dort in eines der Fertignester einzuziehen. 2008 wurde dann umgezogen und am neuen Standort auf dem Kirchengrundstück das Schwalbenhaus errichtet. Technisch lockte man die Schwalben mit ihrem Zwitschern aus Lautsprechern an und ließ eine kleine Tonschwalbe aus einem Nest Ausschau halten.

Darunter richtete Hans Franke ihnen eine mit Wasser gefüllte Lehmkuhle ein, damit sie es für den Nestbau leichter hatten. Diese Maßnahmen waren neben dem neuen Standort das Erfolgrezept dafür, dass die ersten Schwalben im Frühjahr 2013 endlich einzogen. Mehr als 20 Mehlschwalben beobachten Armin Stumpf und seine Vogelfreunde regelmäßig. Diese sorgen gemeinsam mit den ebenfalls in Garbenteich zahlreich anzutreffenden Rauchwalben, mit denen sie sich den Luftraum gerne teilen, dafür, dass sich Mücken, Blattläuse und andere Fluginsekten nicht zu sehr ausbreiten. Daher bittet Stumpf auch die Landwirte und Besitzer von Scheunen, den Rauchschwalben die Oberlichter der Stalltüren zu öffnen. Die Tiere lieben Stallungen als Heimstätten.

Dass ihre Arbeit für den Vogelschutz Früchte trägt, ist auch ein Ausdruck der Kontinuität im Sinne von Natur und Vogelwelt in Garbenteich. Der Rückgang der Schwalbenpopulation wurde mit dem Anbringen zahlreicher Kunstnester seit 1996 gestoppt. 68 Meter Kotbretter wurden zudem an Garbenteicher Häusern angebracht. Jetzt hofft Stumpf, dass die Schwalben als Zugvögel im kommenden Frühjahr nach ihrer Überwinterung in Mittel- und Südafrika wieder gesund nach Mittelhessen zurückkommen. Für das Dorfbild in Garbenteich sind die Singvögel unersetzlich. Mit ihren Aktivitäten, zu denen auch Vogelstimmenwanderungen gehören, bilden die Natur- und Vogelfreunde die Basis, dass dies auch in Zukunft so bleiben wird.

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