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Rufus Beck geleitete in zauberhaftes Märchen

Artikel vom 21.06.2010 - 04.00 Uhr

Rufus Beck geleitete in zauberhaftes Märchen

Pohlheim (gbp). Was für ein zauberhafter Sommernachtstraum: Zu einer musikalischen Lesung mit dem Schauspieler und Hörbuch-Interpreten Rufus Beck und den Pianistinnen Ines und Anna Walachowski hatte »Kultur in Mittelhessen« (KiM) eingeladen.
Rufus Beck mit dem Klavierduo Ines (links) und Anna Walachowski.	(Foto: gbp)
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Rufus Beck mit dem Klavierduo Ines (links) und Anna Walachowski. (Foto: gbp)
Über 200 Menschen waren gekommen, um sich in der Sport- und Kulturhalle Garbenteich mit Worten und Klängen in das schönste Zaubermärchen der Weltliteratur entführen zu lassen. Textliches Grundgerüst der Lesung waren Passagen aus Michael Köhlmaiers Buch »Shakespeare neu erzählt«, die Rufus Beck mit Originalfragmenten aus der Schlegel-Tieckschen Übersetzung von Shakes- peares »Ein Sommernachtstraum« und eigenen Texten zu einer lebendigen, modernen und äußerst amüsanten Erzählung verwob. Große Plastizität und bezaubernde Tiefe erhielt die Lesung durch Felix Mendelssohn Bartholdys »Sommernachtstraum«-Musik (Ouvertüre op. 21 und Zwischenaktmusiken aus op. 61, Fassung für Klavier zu vier Händen).

Mit elfengleicher Leichtigkeit, poetischer Virtuosität und viel Emotion illustrierte das international renommierte Klavierduo Anna und Ines Walachowski am Flügel zwischen den Lesestücken das Geschehen im mittsommerlichen Zauberwald - Höhepunkte dabei der bekannte »Hochzeitsmarsch« und jene vier magischen Akkorde, mit denen Mendelssohn bereits in der Ouvertüre das Tor zum mondbeschienenen Reich des Elfenkönigs öffnet.

Fast wie Musik ist auch die Stimme, mit der Rufus Beck die noch nach Jahrhunderten erstaunlich lebensnahe »Sommernachtstraum«-Geschichte erzählt. Dabei beleuchtet er liebevoll-satirisch und lebensklug die zahllosen Facetten des Beziehungsgeflechts zwischen Mann und Frau und die vielen (allzu) menschlichen Eigenheiten charakteristischer Typen.

So sind da die jugendlichen Athener, die Mädels mit »Hirschgeweih«, die Jungs mit in den Kniekehlen hängenden Hosen: Die verwöhnte Hermia, die mit ihrem Geliebten, dem phlegmatischen »Frauenversteher« Lysander, in den Wald flieht, weil sie auf Befehl ihres Vaters den cholerischen »Grobmotoriker« Demetrius heiraten soll. In diesen wiederum ist Hermias Freundin Helena verliebt, die sich darin nicht einmal von Demetrius groben Machosprüchen beirren lässt. Diese beiden folgen dem Liebespaar in den Wald, wo Elfenkönig und -königin Oberon und Titania herrschen, die schon eine gereiftere Beziehung führen und derzeit eine kleine Krise haben. Denn Titania hat plötzlich eine Meinung. Völlig überflüssig, findet Oberon, denn »in der Natur gibt es keine Meinungen, nur Notwendigkeit«. Er will Harmonie und vor allem seine Ruhe im Elfenwald. Diese Ruhe wird nicht nur von den umherirrenden Pärchen gestört, auch von einer Laienspielgruppe, die für einen Theaterwettbewerb im Wald probt. Um Ruhe in seinem Wald zu schaffen und seiner Gemahlin einen Denkzettel zu verpassen, schickt Oberon seinen quirligen Diener Puck aus. Mithilfe eines Zaubersaftes, der gleich mehrere Schläfer dazu bringt, sich in das erstbeste Wesen zu verlieben, das sie beim Aufwachen erblicken, bringt Puck die Liebesgefühle der Beteiligten völlig durcheinander. Zudem verzaubert er das charismatische Schauspielgenie der Theatertruppe, Niklas Zettel, in einen Esel, in den sich die - ebenfalls zaubersaftbeträufelte Titania - verliebt.

Da muss einiges passieren, bis Oberons geliebte Harmonie wieder einkehrt im Wald, jeder den Richtigen und die Richtige an seiner Seite hat und der Theaterwettbewerb entschieden ist. Wie ein Traum verweht am Ende die Handlung in verschmitzt-poetischen Worten, gelesen mit sanfter Stimme und begleitet von träumerischen Klängen. Danach großer Schlussapplaus vom entzückten, amüsierten und verzauberten Publikum.

Michael Hahn von »Kultur in Mittelhessen« kündigte bereits die nächste Veranstaltung in Garbenteich an: Am 5. September erklären Cordula Poos (Harfe), Thomas Stückemann (Gesang und Rezitation) und Markus Reich (Percussion) textlich und musikalisch »Wo der Pfeffer wächst«. Rufus Beck hatte sich zudem für den gestrigen Sonntag für einen Auftritt in der Hochelheimer Kirche vorbereitet.

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Artikel vom 21.06.2010 - 04.00 Uhr
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