Pohlheim (rge). 2007 war die heute 20-jährige Melina Weissenberg aus Watzenborn-Steinberg für zehn Wochen im Nordwesten Tansanias in einem Krankenhaus tätig, hatte – wie damals nach der Rückkehr auch in dieser Zeitung berichtet – unzureichende Behandlungs- und Lebensbedingungen kennengelernt. Für einen jungen Menschen aus Europa eine prägende Erfahrung.
Melina Weissenberg mit ihren jungen tansanischen Freunden. (Foto: bf)
Melinas Ziel: Dem Missionskrankenhaus in Ndolage 60 Kilometer südwestlich von Bukoba am Viktoriasee helfen, damit den Menschen dort geholfen werden kann. Ndolage liegt in der Kagera-Region, die an Ruanda und Uganda grenzt und zwei Millionen Einwohner hat – und 13 Krankenhäuser mit 25 Ärzten, von denen nur der leitende Arzt von Ndolage über einen Facharzttitel verfügt (Gynäkologie und Geburtshilfe). Eigentümer des Krankenhauses ist die Ev.-Luth.Kirche von Tansania, die von der Vereinten Evangelischen Mission (VEM) in Wuppertal unterstützt wird.
Neben der Hebammenausbildung in Marburg blieben Melinas Gedanken in Afrika. Sie wurde Mitglied in der Hilfsorganisation »Blessed«, begeisterte die Verantwortlichen dieses Vereins für das Projekt zur Unterstützung der medizinischen Behandlung von Kindern in Tansania.
»Blessed« – zu deutsch »gesegnet« – ist ein Verein für humanitäre Hilfsprojekte, von Fady Maalouf mit initiiert, einem Finalteilnehmer von »Deutschland sucht den Superstar«. Ein Projekt in Maloufs Geburtsland Libanon gehörte zu den ersten unterstützten Einrichtungen: Mit »Handicap International« fördert man das Entschärfen der 2006 von der israelischen Luftwaffe abgeworfenen Streubomben und trägt zur medizinischen Behandlung bei, die durch Minen verstümmelte Menschen erfahren.
Mit dem tansanischen Krankenhauspersonal, den behandelten Kindern und ihren Freunden Nikolaus Tinkamwesigile und Dr. Onesmo Rwakyendela war und ist die Pohlheimerin ständig in Briefkontakt. Am Sitz des Vereins in Berlin stellte sie das Projekt vor. Im »Blessed«-Team wurde die Idee weiterentwickelt und – nach einer Prüfung – als förderwürdig anerkannt.
Im Bereich des Krankenhauses in Tansania leben 130 000 potentielle Patienten, darunter viele Kinder. Besonders die Kindersterblichkeit ist dort sehr hoch. Kinder leiden oft an Malaria, Wurmbefall und Durchfallerkrankungen. Eltern können für sie aber die nötigen Behandlungen nicht bezahlen. Dem will Melina Weissenberg als Projektleiterin von »Tanzanias Children« abhelfen. Schwerpunkt ist die Übernahme von Behandlungskosten bei Kindern im Alter von bis zu fünf Jahren. Zu finanzieren sind zudem die Unterbringung und die Nahrungsversorgung während der Behandlung in Ndolage.
In unserer Sonderbeilage zum 40-jährigen Jubiläum der Stadt Pohlheim mit ihren Stadtteilen Dorf-Güll, Garbenteich, Grüningen, Hausen, Holzheim und Watzenborn-Steinberg.