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Ortsvorsteher möchte die Watzenborn-Steinberger aufrütteln

Artikel vom 25.01.2010 - 22.22 Uhr

Ortsvorsteher möchte die Watzenborn-Steinberger aufrütteln

Pohlheim (sch). Den Neujahrsempfang wieder in das Programm aufgenommen hat der im vergangenen Jahr neu gewählte Vorstand des CV 1956 »Die Mollys« Watzenborn-Steinberg, Zahlreiche Funktions- und Mandatsträger waren der Einladung in den kleinen Saal der Volkshalle gefolgt. Unter den Gästen konnte Vorsitzender Jörg Buß auch den Stadtverordnetenvorsteher Jakob Ernst Kandel, Bürgermeister Karl-Heinz Schäfer, Ersten Stadtrat Reinhard Peter und Ortsvorsteher Klaus-Dieter Gimbel sowie mit Burghardt Hoffmann den Vorsitzenden des Bezirk VII der IGMK (Interessengemeinschaft Mittelrheinischer Karneval) will kommen. Einen Dank sprach Vorsitzender Jörg Buß an die Stadt Pohlheim aus.
Die »Die Mollys« umrahmten den Neujahrsempfang mit einem Medley.	(Foto: sch)
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Die »Die Mollys« umrahmten den Neujahrsempfang mit einem Medley. (Foto: sch)
Die Stadt unterstützt den CV beispielsweise bei seinem überregionalen Tanzturnier. Ortsvorsteher Klaus-Dieter Gimbel dankte dem CV »Die Mollys«, dass der Neujahrsempfang wieder ins Leben gerufen wurde. Die Gespräche zwischen Vereinsvertretern, politischen Vertretern und Bürgern halte er für wichtiger denn je. Gimbel: »Halten wir uns doch einmal vor Augen, was in den letzten zwei Jahren hier in Watzenborn-Steinberg so alles Negatives passiert ist: Den Weihnachtsmarkt gibt es nicht mehr, die Kirmes gibt es nicht mehr, lange Zeit stand das Schicksal des Gasthauses ›Krone› auf der Kippe, die jetzt Gott sei Dank wieder eröffnet wurde. Wenn man Vereinsveranstaltungen besucht und man sieht, wie viel Besucher dann noch da sind, stellt man fest, dass sich vieles so verringert hat. Was die Gemeinschaft anbelangt, wird Watzenborn-Steinberg demnächst eine reine Schlafstätte, zu groß für ein Dorf und zu klein für eine Stadt«, wie er mutmaßte.

Gimbel blickte über den Tellerrand und betrachtete die anderen Pohlheimer Stadtteile. Dort gründen sich Vereinsgemeinschaften, wird in Holzheim die Kulturelle Mitte unter Riesenbeteiligung der Bevölkerung gebaut, da erlebt die Gemeinschaft und Gemeinsinn in Garbenteich einen neuen Auftrieb, wie Gimbel feststellte und fortfuhr: »Verweisen wir auf Watzenborn-Steinberg, da ist die Beteiligung bei der Aktion ›Saubere Landschaft‹ immer geringer geworden - Aktionen zu denen aufgerufen wurde, beispielsweise die Friedhofswege, mussten mangels Beteiligung aufgegeben werden. Ich frage deshalb, soll das so weitergehen?« Er habe das Gefühl, dass mit dem Sterben der Kirmes auch das letzte Band der Gemeinsamkeit in den Gesamtvereinen abgerissen ist. Er habe das Gefühl, dass Termine miteinander nicht mehr abgestimmt, besprochen und koordiniert werden.

Die Terminbesprechung mit der Stadt könne man bald abschaffen. »Sollte nicht ein gesundes Miteinander gegen dem derzeitigen ungesunden Nebeneinander oder manchmal auch Gegeneinander weichen?« fragte er. Der Gemeinsinn in Watzenborn-Steinberg müsse wieder wachsen. Warum sollte sich nicht hier wie in anderen Stadtteilen eine Vereinsgemeinschaft bilden? Dafür warb Gimbel. Vielleicht komme man sich durch eine stärkere Beteiligung an der Limeswanderung (3. Oktober), die zu einer gemeinsamen Aktion werden könnte, näher. Gimbel will die Hoffnung nicht aufgeben, dass alle im guten Willen, vieles von der noch existierenden guten alten Kultur noch erhalten oder wieder aufleben lassen können. Watzenborn-Steinberg sei zu schade, um nur ein Schlafort zu sein.

Erfreut über den wieder aufgelegten Neujahrsempfang zeigte sich Bürgermeister Karl-Heinz Schäfer. Schäfer wünschte allen Vernunft, Verstand und Anstand. Den Anstand im Umgang miteinander in einer schwierigen Zeit, gepaart mit Verstand. Der Bürgermeister sagte: »Wir haben jetzt eine sehr schwere Zeit, in der wir durchkommen, wenn wir zusammenstehen.

Umrahmt wurde der gesellige Neujahrsempfang mit dem Kampagnetanz des Tanzmariechens Lea Hirsch sowie von der »alten« Gesangsgruppe »Die Mollys« unter Leitung von Dieter Schäfer, die nach Beendigung dieser Kampagne ihren endgültigen Abschied von der Bühne nehmen wird. Mit einem großartigen Medley erinnerten die Sänger mit ihren guten Stimmen an die unvergessenen Zeiten und ließen schon einmal Wehmut wegen des Abschieds haufkommen. Für Speis und Trank mit einem reichhaltigen Büfett hatte Ute Schäfer mit ihrem Team bestens gesorgt.

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Artikel vom 25.01.2010 - 22.22 Uhr
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