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Kinder hatten ihre Freude mit dem Minister

Artikel vom 12.11.2009 - 19.33 Uhr

Kinder hatten ihre Freude mit dem Minister

Pohlheim/Wetzlar (js). Jürgen Banzer, Hessens Minister für Arbeit, Familie und Gesundheit, war in der Lebenshilfe-Kindertagesstätte in Watzenborn-Steinberg zu Gast, Innenminister Volker Bouffier besuchte mit dem katholischen Kindergarten St. Josef Sinn die Phantastische Bibliothek in Wetzlar. Zum bundesweiten Vorlesetag leisteten auch einige hessische Landespolitiker ihren Beitrag. Bouffier hatte »Schneewittchen« ausgesucht, Banzer hatte nach Pohlheim das Buch »Der kultivierte Wolf« von Becky Bloom und Pascal Biet mitgebracht. Er ist ein begeisterter Sammler von Märchen und Sagen, wie er im Gespräch mit der »Allgemeinen Zeitung« berichtete.
Zum Auftakt der Vorlesestunde gestern in Pohlheim sangen die Kinder für Minister Jürgen Banzer ein Begrüßungslied.	(Foto: js)
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Zum Auftakt der Vorlesestunde gestern in Pohlheim sangen die Kinder für Minister Jürgen Banzer ein Begrüßungslied. (Foto: js)
Vorschulkinder der Lebenshilfe-Kitas aus Watzenborn-Steinberg und Garbenteich ließen sich von der Geschichte um den Wolf, der sich plötzlich für Bildung interessiert, fesseln. Die Mädchen und Jungen waren mit Feuereifer dabei, stellten immer wieder Fragen, berichteten von ihren eigenen Lieblingsbüchern. Dem Minister merkte man wiederum an, dass ihm dieser Termin im Rahmen des von der Stiftung Lesen, der Wochenzeitung »Die Zeit« und der Deutschen Bahn veranstalteten Vorlesetages sichtlich Vergnügen bereitete: Er brachte die Geschichte spannend rüber und betrachtete in aller Ruhe zusammen mit den Kinder die Bilder.

Es ist wirklich ein gutes Buch, das der frühere Landrat des Hochtaunuskreises dem Kindergarten schenkte: Ein Wolf denkt den ganzen Tag nur ans Fressen und landet auf der Suche nach etwas Essbarem auf einen Bauernhof. Dort muss er feststellen, dass sich trotz seines schlechten Rufes als gefährlicher Vielfraß die anderen Tiere von ihm nicht beeindrucken lassen, sondern ungerührt in Büchern lesen. Diesem exklusiven Kreis gebildeter Tiere will er gern angehören. Also bremst der Wolf seinen Hunger und eilt in eine Buchhandlung. Jetzt schmökert er selbst begeistert in Büchern und darf dem erlesenen »Literatur-Club« angehören. Natürlich wies der Minister die Kinder darauf hin, dass Wölfe in Wirklichkeit Raubtiere sind. Anderseits zeige diese Geschichte: Man solle Vorurteile beseitigen und jemandem, dem man bestimmte Dinge nicht zutraut, eine Chance geben.

Im Gespräch mit den Erwachsenen zitierte Banzer aus einer Studie der Deutschen Bahn, wonach 42 Prozent der Eltern in Deutschland ihren Kindern nur selten oder gar nicht vorlesen. Banzer will »hier eine Trendwende eingeleitet wissen«: »Vorlesen und Lesen sind wichtige Elemente, um Phantasie und Kreativität anzuregen sowie die Aufnahme komplexer Sachverhalte einzuüben und den Wortschatz der Kinder auszubauen.« Und: »Kinder, denen häufig vorgelesen wird, können sich besser konzentrieren und ausdrücken.« Dies konnte die weiteren Gäste, die in die Kita Germaniastraße nach Watzenborn-Steinberg gekommen waren, nur bestätigen: Maren Müller-Erichsen (Aufsichtsratsvorsitzende der Lebenshilfe), Angela Nolte (Kita-Elternbeirat), Ina Maag, Geschäftsführerin der Lebenshilfe-Kindertagesstätten gGmbH, sowie der Garbenteicher Ortsvorsteher Hartmut Lutz und seine Ehefrau Anni, die in Garbenteich Vorlesepatin ist, sowie einige Eltern.

Übrigens hatten die Kinder, denen man anmerkte, dass sie richtig Freude am Lesen haben, noch zwei Geschenke für Minister Banzer parat: Unter Leitung von Ursula Peters, der Leiterin der Lebenshilfe-Kindertagesstätten in Watzenborn-Steinberg und Garbenteich, sangen sie ein Lied und sie hatten ihre Gast in farbenfrohen, lustigen Bildern gemalt.

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Artikel vom 12.11.2009 - 19.33 Uhr
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