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Fortsetzung im Messerstecher-Prozess

Artikel vom 19.02.2010 - 02.00 Uhr

Fortsetzung im Messerstecher-Prozess

Gießen/Pohlheim (ti). »Es war eine ganz normale Party«, fand der 24-Jährige. Es wurde gefeiert, es wurde getrunken. Man war »gut drauf« auf der Geburtstagsfeier seiner Freundin. Doch wie sich das Fest entwickelte, war alles andere als normal. Zwei Männer gerieten in Streit, einer der beiden wurde am Auge verletzt und ging. Später kam er wieder. Mittlerweile steht er vor Gericht.
Denn der 27-jährige Pohlheimer hatte in jener Augustnacht des vergangenen Jahres bei seiner Rückkehr ein Messer mitgebracht, seinen Kontrahenten attackiert und schwer verletzt - lebensgefährlich. Gestern ging sein Prozess vor der Fünften Großen Strafkammer des Gießener Landgerichtes in die dritte Runde. Gehört wurden die Veranstalterin der Party und deren Freund, die von der dramatischen Wendung des Festes offenbar völlig überrascht worden waren.

Ja, es hatte »Stress gegeben« im Vorfeld zwischen dem Angeklagten und seinem späteren Opfer. »Da waren Streitereien«, erinnerte sich der Zeuge. Doch »dass so etwas passiert, das hätte niemand gedacht«, so der 24-Jährige. Zumal die erste Auseinandersetzung zwischen den Streithähnen für andere eher aussah wie »ein Spaßkämpfchen«. Das hatte auch das Geburtstagskind so empfunden. Zwar sei der 25-Jährige auf den Angeklagten draufgesprungen, dennoch: »Ich dachte, es wäre nur Spaß.«

Schnell musste die Party-Gastgeberin jedoch begreifen, dass es an der Situation nicht das Geringste zum Lachen gab. Sie habe beide des Festes verwiesen. »Ich war ziemlich genervt«, sagte die Bauzeichnerin, die einfach nur ihren Geburtstag hatte feiern wollen. Von einer Bierflasche, mit der der 25-Jährige den Angeklagten attackiert habe, wisse sie nichts. Aber »es kann gut sein, dass ich es nicht gesehen habe.«

Später dann - während der 27-Jährige die Feier verließ, blieb sein Kontrahent dort - »saß ich mit ein paar Mädels drin, da hörten wir jemanden schreien«. Sie sei aus der Grillhütte gelaufen, habe kurz zwei Personen und das Messer gesehen. Den Angeklagten habe sie nicht erkannt. Nach dem Zwischenfall habe sie den Verletzten versorgt, bis der Krankenwagen eintraf.

Ihr Freund war während der Attacke draußen gewesen, meinte nun im Zeugenstand: »Eigentlich gab es keinen Grund für das Messer«. Er sei von der »Aktion sehr überrascht« gewesen - und verärgert obendrein: »Meine Freundin und ich haben uns für die Party ins Zeug gelegt.«

Seit 19. Januar muss sich der Angeklagte wegen versuchten Totschlages und gefährlicher Körperverletzung vor dem Schwurgericht verantworten. Am zweiten Prozesstag hatte er die Messerattacke zwar eingeräumt, aber behauptet, aus einer Art Notwehr heraus gehandelt zu haben. Er habe den 25-Jährigen bei seiner Rückkehr wegen der vorangegangen Auseinandersetzung zur Rede stellen wollen, als dieser an seine Gesäßtasche gegriffen habe.

Der Prozess wird am Montag fortgesetzt.

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Artikel vom 19.02.2010 - 02.00 Uhr
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