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Buster Keaton unter freiem Himmel in Garbenteich

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Artikel vom 18.09.2014 - 09.24 Uhr

Buster Keaton unter freiem Himmel in Garbenteich

Pohlheim (sis). Ein Wanderkino aus Leipzig kam mit Stummfilm-Klassikern und Nostalgiegefühlen im Gepäck nach Garbenteich.

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Gunthard Stephan an der Filmrolle.
© Saskia Elisa Sophie Nagel
Fast 19 Grad am Samstagabend in Garbenteich an der Dorfkirche: Da hatte es andere Open-Air-Veranstaltungen im scheidenden Sommer durchaus schlechter getroffen. Zwar war das angekündigte Eismobil wegen unsicherer Wetterlage nicht aufgefahren worden, dafür hing der Duft heißen Apfelweins in der Luft. Die Initiative Kultur in Mittelhessen, 2005 von Susann Balser-Hahn und Jutta Grein ins Leben gerufen, hatte sich einmal mehr etwas ganz Besonderes für ihren Ort ausgedacht: Das Leipziger Wanderkino der beiden Musiker Tobias Rank (Piano) und Gunthard Stephan (Violine) kam mit einem zum »Laster der Nacht« umgerüsteten Feuerwehrauto und mit Stummfilm- Klassikern im Gepäck nach Garbenteich gefahren.

Für 90 Minuten flackerten Schwarzweiß-Bilder über die Leinwand, insgesamt vier 16-Millimeter-Filmrollen spulte der Projektor ab und sorgte damit für Nostalgiegefühle unter den zahlreichen Besuchern. Dazu das geschickte Tasten- und Saitenspiel der beiden Herren aus Leipzig, kostenloses Popcorn und warme Getränke. Die Veranstaltung fand in der Reihe Kultursommer Mittelhessen statt. Das Stummfilm-Wanderkino, das schon Stationen in Schweden und Italien angefahren hat, erfreute bei seiner insgesamt 700. Aufführung mit Slapstick von Mack Sennett (The Wacky World of M.S., 1914) und Buster Keaton (The Garage, 1919), zeigte auf Wunsch der Veranstalter auch »Die kleinen Strolche«, die von 1922 an gedreht worden waren, und beendete den unterhaltsamen Abend mit Charlie Chaplin und »Shoulder Arms« aus dem Jahr 1918.

Punkt 21 Uhr unterstützte die Kirchturmuhr die musikalische Untermalung von Stephan und Rank, was den Charme dieses Mediums noch unterstrich.

Mit einem Holzstativ für den Filmprojektor, einem Spanntuch für die Leinwand und einem eigenhändig umgebauten Oldtimer zählen die Musiker aus Leipzig seit 1999 zu den fahrenden Künstlern. Was zunächst eine Idee für einen Sommer war, hat sich inzwischen gut etabliert. »Schwerpunkte sind der historische Film, Literaturverfilmungen, Dokumentationen, experimentelle Filme sowie Stummfilme«, erklärten Rank und Stephan ihr Konzept. Beim Feuerwehr- Oldtimer handelt es sich um einen 1969er Magirus Deutz. Integriert ist dort die gesamte Kino-, Ton- und Lichttechnik. Nach Garbenteich und Marburg folgen diesen Monat noch Papenburg, Neuwied und Magdeburg als Stationen des Wanderkinos. (Foto: sis)

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Artikel vom 18.09.2014 - 09.24 Uhr
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