Pohlheim (gbp). Bewegender Rundgang in Watzenborn-Steinberg: Trotz klirrender Kälte hatten sich am Mittwoch über 40 Menschen eingefunden, um anlässlich des Holocaustgedenktages an den fünf Verlegeorten der Stolpersteine in dem Pohlheimer Stadtteil der ermordeten jüdischen Familien zu gedenken, die an diesen Orten in dem Stadtteil gelebt hatten.
Bewegende Gespräche beim Rundgang: LinksSimon Pötter, der Sohn von Frank Pötter – in der Mitte Margarete Holzman. (Foto: gbp)
Eingeladen zu dem Rundgang hatte die Initiative Stolpersteine Pohlheim e. V.; an den Verlegeorten wurden Blumen abgelegt und ein Kerzenlicht entzündet – die Steinpaten erzählten die zum großen Teil bestürzenden Geschichten der Familien, die dem Holocaust zum Opfer gefallen waren. Basis für alle Angaben auf den Stolpersteinen und für die Familiengeschichten waren die sorgfältigen Recherchen des vor einem Jahr verstorbenen Frank Pötter.
Es fanden sich Zeitzeugen ein, die sich noch an die jüdischen Mitbewohner erinnern. Auch eine Zeitzeugin aus dem litauischen Kaunas, wo die Pohlheimer Familie Adler/Süß aus der Klossengasse ermordet worden war, begleitete die Gruppe (Foto: vor dem Haus in der Klossengasse) die 85-jährige Margarete Holzman, die die Tagebuchaufzeichnungen ihrer Mutter Helene in einem Buch festgehalten hat und in Gießen lebt (weiterer Bericht folgt).
In unserer Sonderbeilage zum 40-jährigen Jubiläum der Stadt Pohlheim mit ihren Stadtteilen Dorf-Güll, Garbenteich, Grüningen, Hausen, Holzheim und Watzenborn-Steinberg.