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02.09.2008 - 10.40 Uhr
Ärger wegen überfüllter Busse hat sich noch zugespitzt
Pohlheim/Gießen (js). Viele der Busse, in denen die Kinder und Jugendlichen zu den Schulen und nach dem Unterricht wieder zurückfahren, sind weiterhin überfüllt, wie in der »Allgemeine« in Berichten in den vergangenen Wochen geschildert wurde. Jetzt haben sich erneut verärgerte Eltern an die »Allgemeine« gewandt.
Sie sprechen von »unhaltbaren Zuständen«. Ulrike Sendler aus Grüningen sowie Simone und Tim van Slobbe (Dorf-Güll) haben sich schriftlich an den Geschäftsführer der Verkehrsgesellschaft Oberhessen (VGO), Armin Klein, gewandt und sich beschwert. Volker Hofmann, stellvertretender VGO-Geschäftsführer, wies gegenüber der »Allgemeinen« die Vorwürfe zurück.
Die Eltern haben dem VGO in Briefen den VGO über Missstände in Bussen auf der Linie 377 (Gambach - Pohlheim - Gießen) geschildert. Ulrike Sendler ist stocksauer und drückt dies auch in einem Brief an VGO-Geschäftsführer Armin Klein aus. Nachfolgend Auszuzüge aus ihrem Situationsbericht: »Mein Sohn - zehn Jahre alt - beklagt sich mittlerweile über Rückenschmerzen, da er insgesamt eine Stunde lang den Schulranzen auf dem Rücken tragen muss. Es ist ihm auch nicht möglich, sich im Bus vorschriftsmäßig festzuhalten. So ist er jeder Bremsung des Busses ausgeliefert und muss mit einem acht Kilogramm schweren Schulranzen auf die physikalischen Kräfte, die beim Bremsen entstehen, durch Entgegensteuern reagieren.«
»Sollte sich mein Sohn aufgrund Ihrer unzureichenden Beförderungsbedingungen verletzen, werde ich Sie auf Körperverletzung verklagen«, schreibt Ulrike Sender an den VGO-Geschäftsführer weiter. Sie geht in dem Brief auf den Einwand der VGO-Geschäftsleitung ein, die Kinder würden im Bus nicht aufrücken. Dazu die Grüningerin: »Die leeren Bereiche im Bus entstehen, weil es in dieser Zone von etwa 30 Zentimetern den Kindern, besonders den Jüngeren, nicht möglich ist sich festzuhalten. Stangen direkt unter dem Dach sind wohl für zehn- bis zwölf jährige Kinder nicht zu erreichen.« Urike Sendler weiter: »Außerdem haben Kinder nicht nur Schulranzen dabei, sondern auch Sport- oder zusätzliche andere Taschen oder Instrumente, die für den Schulunterricht benötigt werden. Selbst ein sicheres Stehen ist in den Bussen nicht gewährleistet. Am Freitag, 29. August, fuhr der Bus mal wieder an der Haltestelle in Grüningen vorbei. Folglich mussten alle Kinder in den zweiten Buss einsteigen. Die Kinder standen bis zu allen Türen eingepresst.«
Die Grüningerin fragt: »Welche Presseerklärung veröffentlicht der VGO, wenn ein solcher Bus einen Verkehrsunfall in einen Straßenverkehrsunfall verwickelt würde? »Im Übrigen«, so kritisiert sie, »lassen ältere und größere Kinder jüngere Kinder nicht in den Bus einsteigen, weil die Älteren Plätze für die Freunde festhalten, die nachkommen.«
Simone und Tim van Slobbe (Dorf-Gülll) haben bereits mehrmals wegen der Missstände auf der Linie 377 an den VGO geschrieben. Tim van Slobbe berichtet in einem Brief an VGO-Geschäftsführer Klein: »Am 14. August bin ich morgens im Bus (Linie 377) von der Haltestelle in Dorf Güll in der Arnsburger Straße um 6.48 Uhr mitgefahren. An der Haltestelle Grüningen in der Taunusstraße waren alle 55 Sitzplätze bereits belegt und es standen nochmal etwa 60 Kinder, die auch alle gleichmäßig im Bus verteilt waren. Zu diesem Zeitpunkt war der Bus für meinem Empfinden richtig voll - obwohl dieser Gelenkbus 90 Stehplätze haben sollte laut dem vorne im Bus angebrachten Schild. Der Busfahrer hat dann an dieser Haltestelle etwa 20 Kinder stehen lassen. Ein Sachbearbeiter von der VGO war an der Haltestelle anwesend und hat das alles auch genau beobachtet«. Im Übrigen komme es vor, dass auf dem Rückweg an Haltestellen in Gießen Busse einfach durchfahren und einige Kinder dann auch überhaupt nicht mehr mitgenommen werden.«
VGO: »Wir werden uns weiterhin über Situation persönlich informieren«
Volker Hofmann (VGO) kennt die Schreiben der Eltern und erklärte gestern dazu: »Sachbearbeiter haben kürzlich über mehrere Tage die Situation persönlich überprüft und haben festgestellt, dass die Busse voll sind - aber dennoch ist die Kapazitätsgrenze in den Fahrzeugen noch nicht erreicht. »Insgesamt seien auf den Linie 377 (Gambach - Pohlheim - Gießen und zurück) sowie 375 (Hungen - Lich- Pohlheim - Gießen und zurück) sechs Busse eingesetzt. Ein Problem sei, dass in den Bussen zu wenig aufgerückt werde, damit die Kapazität in den Fahrzeugen vollständig genutzt werden kann. Soweit Volker Hofmann, der allerdings ankündigt, das man seitens des VGO sich an Ort und Stelle weiter über die Situation in und vor den Bussen informiere.