Artikel vom
26.04.2010 - 20.45 Uhr
Ärger in Pohlheim nach Sekten-Vorwurf
Pohlheim (rge/js). Man muss eigentlich annehmen, die Präsentation des Ferienspielangebots, das in einer Pressekonferenz der Stadt Pohlheim vorgestellt wird, sei eine reine »Routineangelegenheit«. Um einen Beitrag des Ferienspielprogramms gibt es allerdings heftige Diskussionen. Die Freien evangelischen Gemeinde Pohlheim (FeG), die Evangelische Gemeinschaft Holzheim und der Evangelische Stadtmissionen Dorf-Güll und Watzenborn-Steinberg bieten unter anderem einen »American sportsday« mit Unterstützung der »glen ellyn bible church« aus Chicago an. In diesem Zusammehang spricht Reimar Stenzel (Pohlheimer Grüne) von Sekten als Veranstalter.
Damit meint der Grünen-Fraktionsvorsitzende die eingangs erwähnten Veranstalter des Sporttags am 15. Juli auf dem Sportgelände des SC »Teutonia« Watzenborn-Steinberg und eines anschließenden sechstägigen Camps auf dem Flensunger Hof. Stenzel hatte kürzlich in der öffentlichen Sitzung des Pohlheimer Sozialausschusses angemerkt, in dem Pohlheimer Ferienspielheft seien Angebote von Sekten enthalten. Wie er am Montag auf Anfrage der »Allgemeinen« bekräftigte, seien alle religiösen Gemeinschaften, die keine Amtskirchen sind, Sekten. Von daher sehe er auch keinen Anlass, seine Äußerungen im Sozialausschuss zurückzunehmen.
Am Montag kam die prompte Reaktion der Freien evangelischen Gemeinde Pohlheim (FeG), der Evangelischen Gemeinschaft Holzheim sowie der Evangelischen Stadtmissionen Dorf-Güll und Watzenborn-Steinberg. Man ärgere sich über die unsachgemäße Bezeichnung als Sekten von Stenzel. Die angesprochenen ene evangelischen Gemeinden sehen sich öffentlich diffamiert und verleumdet und hätten sich deshalb auch an die Presse gewandt. Die verantwortlichen haupt- und ehrenamtlichen Leiter dieser Kirchengemeinden - federführend Wolfgang Klimm, Micha Köhler und Falk Winter - »bedauern die bisherige, andauernde Gesprächsverweigerung Reimar Stenzels, halten sich für einen fairen Austausch aber weiterhin gern bereit.«
Die »öffentlich diffamierten christlichen Gemeinden« mit über 100-jähriger und für Pohlheimer Bürger aller Altersgruppen Verdienstvoller Tradition, namentlich der Freien evangelischen Gemeinde Pohlheim (FeG), der Evang. Stadtmission Watzenborn-Steinberg, der Evangelischen Stadtmission Dorf-Güll und der Evangelischen Gemeinschaft Holzheim, nehmen deshalb durch ihre Sprecher verärgert und erläuternd Stellung.
»Bei keiner dieser Kirchengemeinden kann man von Sekten sprechen«
Keine der von Stenzel gemeinten Kirchengemeinden weise Spezifika einer Sekte auf. Laut Definition der »Evangelischen Zentralstelle für Weltanschauungsfragen« seien für Sekten die Kriterien beispielsweise Ausrichtung auf eine bestimmte menschliche Führerfigur oder -Ideologie oder enge Bindung der Anhänger an das eigene Heilskonzept. Ein anderes Kriterium sei das Fehlen von sozialem oder diakonischem Engagement. Oder die jeweilige Gruppe sehe sich von Feinden umstellt und grenze ssich ab, anstatt zu sagen, wofür sie ist. Auch würden in solchen Sekten Kritiker gemieden Aussteiger bedroht dann tyrannisiert (Quelle: www.ezw-berlin.de) - Wolfgang Klimm, Micha Köhler und Falk Winter, bedauern, dass ein Politiker, zumal ein Fraktionsvorsitzender, den Sektenbegriff in der Öffentlichkeit nicht differenzierter, sondern derart diffamierend und verleumderisch gebrauche.
Richtig sei lediglich, dass die Jugendlichen der vier genannten Kirchengemeinden unter dem Stichwort »Interpohl« eine dem Jugendbüro bekannte Jugendinitiative bilden, in der sie altersgerechte Aktionen in Pohlheim anbieten, so auch den »American Sports Day« und das »TeensCamp« während der Ferienspiele 2010. Im Übrigen könne von »freien Kirchen in Pohlheim« keine Rede sein, denn nur die FeG sei eine offiziell anerkannte Freikirche mit über 400 Gemeinden in Deutschland, während die beiden Stadtmissionsgemeinden und die Evangelische Gemeinschaft Holzheim rechtlich und offiziell unter dem Dach der Evangelischen Kirche in Deutschland arbeiten. Die von Reimar Stenzel gemeinten Institutionen stünden allesamt in der Tradition der Reformation und deren Bekenntnissen und wüssten »sich der in der Bibel dargelegten guten Nachricht verpflichtet.«
Wolfgang Klimm erläuterte abschließend gegenüber der »Allgemeinen«: Diese Kirchengemeinden seien in den betreffenden Pohlheimer Stadtteilen den jeweiligen Kirchengemeinden auf der Grundlage der »Evangelischen Allianz« verbunden und veranstalten beispielsweise den Himmelfahrtgottesdienst Watzenborn-Steinberg, das Osterfrühstück Dorf-Güll oder die Allianzgebetswoche Holzheim gemeinsam. (Foto: Archiv, js)
Herr Stenzel hat recht
Für mich haben diese freien Kirchengemeinden ebenfalls Sekten-Charakter. Diese Leute sind mit ihren dollen Angeboten nur auf Mitgliederfang und der ........................
Zitat abgebrochen da ich sonst Platze vor Zorn beim weiter lesen !
Es gibt immernoch Menschen die verstecken sich hinter einem Pseudonym weil sie Angst haben Ausgegrenzt zu werden wenn an die Luft kommt wer sie sind.
Ich finde Sie sollten sich offenbaren und dazu stehen was Sie schreiben und sagen.
Es ist eine Frechheit die Kirchengemeinden als Sekten und Fänger von Mitgliedern zu bezeichnen.
Ich kenne fast alle Mitglieder die Sie wie Herr R. Stenzel als Sekte bezeichnen. Meine Kinder waren auch bei vielen Christlichen Veranstaltungen und da zählte die Gemeinschaft - Freundschaft und der Spaßfaktor.
Wir sind nie angesprochen oder bedrängt worden beizutreten oder ähnliches und es war auch nie jemand in irgendeiner Form böse wenn wir zum Essen geladen waren und das Tischgebet nicht mit gesprochen haben.
Die Aussage das Sie ihre Kinder nie im " Flensunger Hof " sehen wollen usw. ist meiner Meinung nach schon als Boykott gegen diesen zu sehen und ich würde mir das als Eigentümer nicht gefallen lassen.
Haben Sie sich denn über die "Botschaften" schon erkundigt die Ihren Kindern dort "vermittelt" werden sollen oder ist der Vorwurf ein Gedankengut Ihrer Phantasie und Ihrer Einstellung gegen die Kirche und Kirchengemeinden.
Womöglich sitzen Sie auch auf einer der Positionen wo man erst denken dann reden sollte und haben Angst diese zu verlieren weil Sie die Reihenfolge verpasst haben.
Betonen möchte ich noch das Sie mit Ihrem Leserkommentar die Position und Situation von R. Stenzel nicht gerade gestärkt haben.
Aber so ist das mit dem "erst reden dann denken".
Hier mein Tipp : Erst denken dann reden.
Bodo Poser Pohheim Holzheim