Nachrichten Web
Sie sind hier: Startseite » Kreis » Städte und Gemeinden » Ortenberg »

Vor knapp 250 Jahren an die Wolga ausgewandert

Artikel vom 28.07.2011 - 13.02 Uhr

Vor knapp 250 Jahren an die Wolga ausgewandert

Ortenberg-Lißberg (rad). Der erste Kontakt ergab sich im Jahr 2008 per Internet: in Form einer E-Mail an den Webmaster der Lißbergseite, auf der Olga Schürer, die heute in Wolfsburg lebt, nach ihren Vorfahren mit dem Familiennamen Lais aus dem Ortenberger Stadtteil forschte.

dab_rad_spuren_280711_4c_1
Lupe - Artikelbild vergrössern
Die Nachkommen des Lißbergers Johann Nicolaus Leiß treffen sich im Ortenberger Stadtteil und gehen auf eine Reise in die Vergangenheit. (Foto: Dörschner)
Richtige Ansprechpartner fand sie in den Lokalhistorikern Rudolf Beck und Manfred Redling. Schürer übermittelte ihre Familiengeschichte, die auf der Lißbergseite ins Netz gestellt wurde.

Jetzt war es endlich soweit: Olga Schürer organisierte ein Familientreffen in Lißberg, dem Wohnort ihrer Vorfahren. 15 Menschen, angereist aus verschiedenen Bundesländern und sogar aus Argentinien, trafen sich unter der Linde vor der Burg, wo sie von Beck und Redling begrüßt wurden. Sie hatten eine Führung vorbereitet, um den Besuchern Land und Leute näher zu bringen. Die Gruppe besichtigte zunächst die Burg und genoss den herrlichen Rundblick vom Turm.

Als die Besucher die Burg in Richtung Museum verließen, erklangen Drehleier- und Dudelsackmusik: Uwe Savioli und seine Partnerin sorgten für den harmonischen Übergang zum Besuch des Musikinstrumentenmuseums, das mit einer Führung von Beate Schubert auf dem Programm stand. Bei der Besichtigung der Kirche gab Rudolf Beck Erläuterungen zur Baugeschichte und Entwicklung der Pfarrei. Ein Rundgang durch die Altstadt beendete die Führung.

Am Abend trafen sich die Lais-Nachfahren in einer Gaststätte, um sich ihrer Familiengeschichte zu widmen. Manfred Redling beschrieb den Weg, den die meisten Auswanderer aus der Gegend von Büdingen, dem damaligen Sammelplatz, genommen hatten: Über Hersfeld, Fahrt auf Fulda und Weser zu den Ostseehäfen, die Überfahrt nach St. Petersburg und den Landweg über Moskau zu den Siedlungsgebieten an der Wolga.

Die Familiengeschichte der Familie Lais geht von Johann Nicolaus Leiß aus, der am 14. März 1721 geboren wurde. Er war »Bürger und Schneider in Lißberg«, Lutheraner, und verheiratet mit Anna Margareth. Die Familie wanderte aus Darmstadt per Schiff nach Russland aus. Am 14. September 1766 kamen sie bei St. Petersburg an. Im folgenden Frühjahr landeten sie mit anderen Auswanderern an der Wolga an und gründeten dort deutsche Kolonien. Zur Familie gehörten die Kinder Johann Conrad, Johann Jacob, Anna Juliana und Johann Henrich. »Von dem Jüngsten, Johann Henrich, geht meine Ahnenlinie aus. Wir, die Nachkommen, kamen im September 1978 zurück nach Deutschland«, weiß Olga Schürer, deren Vater noch an der Wolga geboren wurde.



Artikel Drucken Drucken  Versenden
Artikel vom 28.07.2011 - 13.02 Uhr
Social Networks
Facebook Twitter studiVZ meinVZ schülerVZ MySpace  Del.icio.us
X Diesen Artikel versenden






* Bitte füllen Sie alle Felder aus.
Kommentar schreiben
Impressum Kontakt AGB Nutzungsbedingungen Datenschutz
TopSeitenanfang