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Ortenberg – Die Spuren des Bonifatius und gesellige Feste

Artikel vom 22.01.2008 - 14.50 Uhr

Ortenberg – Die Spuren des Bonifatius und gesellige Feste

Ortenberg hat Urlaubern und Besuchern viel zu bieten: Unverbrauchte Natur, umfangreiche Erholungsmöglichkeiten und viele Sehenswürdigkeiten prägen die aus zehn Ortsteilen bestehende Großgemeinde. Auch Gäste, die sich gerne bewegen, kommen hier auf ihre Kosten. Zum Einen liegen die Ortsteile Lißberg und Eckartsborn sowie die Ortenberger Kernstadt und der Ortsteil Selters direkt am Vulkanradweg, zum Anderen streift auch die insbesondere für Wandererr interessante »Bonifatiusroute« von Mainz nach Fulda die Gemeinde.
In Lißberg laden die Burgruine und das Musikinstrumentenmuseum zur Besichtigung ein. Das im April 1990 eröffnete Museum ist das einzige seiner Art in Hessen und spiegelt die Entwicklung der einzelnen Instrumentengattungen wider. Ein besonderer Schwerpunkt liegt bei Drehleiern und Dudelsäcken, wovon das Lißberger Museum die weltgrößte Sammlung vorzuweisen hat.

Nur wenige Schritte vom Museum entfernt beginnt die hochmittelalterliche Burganlage, die den malerischen Hintergrund für viele kulturelle Veranstaltungen bildet. Der imposante runde Bergfried, im Volksmund »Krautfass« genannt, beherrscht mit seinen 27 Metern Höhe das Areal. Auf einer Anhöhe zwischen Lißberg und dem Eckartsborner Oberdorf ist die Schafskirche gelegen, die Ruine eines kleinen Solitärbaus, der seit jeher mit dem Leichenzug des Heiligen Bonifatius in Verbindung gebracht wird. So ist die Schafskirche auch eine Station der Bonifatiusroute, eines Wander- und Pilgerweges, der angelehnt an den Leichenzug des Heiligen Bonifatius im Jahr 754 auf touristisch interessanten Pfaden von Mainz bis nach Fulda führt.

Nicht nur für geschichtlich Interessierte lohnt sich ein Aufstieg in die historische Ortenberger Altstadt. Zu den Sehenswürdigkeiten zählen das im 13. Jahrhundert erbaute Obertor, das Schloss, das alte Rathaus, das 1605 bis 1608 nach seiner Zerstörung neu erbaut und 1980 restauriert wurde, sowie sehr viele restaurierte Fachwerkbauten aus dem 18. Jahrhundert. Stets für Besucher geöffnet ist die im 13. und 14. Jahrhundert erbaute Marienkirche. Das kostbarste Stück ist der »Ortenberger Altar«, ein dreiteiliges Altarbild aus dem 15. Jahrhundert, dessen Original im Landesmuseum in Darmstadt ausgestellt ist. Eine Kopie befindet sich in der Ortenberger Kirche.

Wer abends in die Stadt kommt, kann am Wochenende die neben dem alten Rathaus gelegene Kleinkunstbühne »Fresche Keller« besuchen. Am letzten vollen Wochenende im Oktober wird seit dem 13. Jahrhundert "Kalter Markt" gefeiert. Zu den Traditionen des größten oberhessischen Volksfestes gehören ein Jahrhunderte alter Pferde- und Fohlenmarkt, ein großer Krämermarkt mit über 400 Ständen und vieles mehr. Am Wochenende nach Johanni prägen beim Kulturfest "Altstadt Pur" Ende Juni alljährlich Gaukler, Musikanten, Kunsthandwerker und Tavernen in den Höfen und Kellern die Altstadt. Im Rahmen dieses Festes entwickelte sich auch der vom Künstler Albert Völkl gestaltete "Ortenberger Laternenpfad" mit inzwischen mehr als 70 Scherenschnitten nach Ortenberger Motiven in den Straßenlaternen der Altstadt. Der Schauspieler Hans Schwab bietet regelmäßig Laternenführungen an, in denen die Persönlichkeiten und Geschichten, von denen die Scherenschnitte erzählen, wieder lebendig werden.

Das Ortenberger Naherholungsgebiet bietet mit seinem Minigolfplatz, dem Freibad, einem Fahrradverleih und einem großen Teich sportliche Möglichkeiten und Gelegenheit zum Entspannen zugleich. Im Saal der Selterser Gaststätte "Eulenspiegel" finden traditionell die Konzerte statt, zu denen der Jazzclub Ortenberg regelmäßig Künstler von internationalem Rang einlädt.

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Artikel vom 22.01.2008 - 14.50 Uhr
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