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Mini-Mühlen funktionstüchtig wie die großen

Artikel vom 21.07.2011 - 13.02 Uhr

Mini-Mühlen funktionstüchtig wie die großen

Ortenberg-Lißberg (rad). Schon als Teenager hat Roland Schäfer in den 50er Jahren mit dem Modellbau begonnen, aber so richtig ins Detail zu gehen, darauf hat sich der Lißberger erst vor zwölf Jahren spezialisiert.

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Der Modellbauer und sein neues Werk: Roland Schäfer hat in seinem Lißberger Garten die »Kornmühle am Merzberg« realisiert.
Was dabei herauskommt, sind faszinierende Miniaturen, die sich mit der Frage beschäftigen, wie das Getreidekorn zum Brot wird. Jetzt hat Schäfer wieder ein attraktives Modell geschaffen: eine richtige Kornmühle, die nach allen Regeln der Kunst funktioniert.

Für Schäfer, der aus dem Badischen stammt, ist es modellbauerische Ehrensache, dass seine Modelle richtig mahlen. Die Uhrmacher nennen solche raffinierten Konstruktionen »Grande Complication«, und daran muss auch der Betrachter denken, wenn er sich mit dem Innenleben der Mühlenmodelle beschäftigt. Schäfers Ziel, die Modelle zu Mühlen zu machen, die ihre Bestimmung erfüllen und nicht nur als Attrappen zur Dekoration gebaut werden, stellen hohe technische Anforderungen und erfordern auch ein gerüttelt Maß an Fantasie, wie bestimmte Problematiken gelöst werden können.

Es sei nicht ganz einfach umzusetzen, wenn man bedenke, dass beim Maßstab 1:10 ein Korn bei Originalgröße Hühnereigröße hätte und dass normalerweise bei 17 Prozent Feuchtigkeitsgehalt gemahlen wird, gibt Schäfer zu bedenken. Das könne bei der Modellsituation nicht eingehalten werden - aber trotzdem funktioniert das Mahlen. »Es ist in ganz Deutschland und darüber hinaus nicht bekannt, dass es etwas Vergleichbares gibt«, ist er sich sicher. In den vergangenen Jahren hat er neben den technischen Modellen auch eine Lehrschau entwickelt, die bei Ausstellungen den Besuchern das Müller- und das Bäckerhandwerk näher bringt und durch die liebevoll gestalteten Details auch bei Kindern gut ankommt. Dadurch wird den Betrachtern vor Augen geführt, wie sich die Menschen früher anstrengen mussten, bis sie ihr täglich Brot auf dem Teller hatten.

Schäfers »Kornmühle am Merzberg«, die er jetzt fertiggestellt hat, besteht aus einem Mahlgang, dem sogenannten Walzenstuhl, mit groben Riffeln zum Vormahlen. Zum Feinmahlen sind zwei flach übereinanderliegende runde Mahlsteine vorgesehen, wobei nur ein Stein gedreht wird. »Dies ist die Einrichtung, die vom 12. bis 19. Jahrhundert unsere Mühlentechnik bestimmte und heute nur noch als Schrotmühle bekannt ist«, erklärt Schäfer.

Daneben sind eine Dosierschnecke, zwei Transportschnecken, zwei Becherwerke, sogenannte Elevatoren und ein Rotorsieb zur Trennung von Mehl und Kleie enthalten. Für das Feinmehl ist noch ein Handsieb angeordnet. »In früheren Mühlen mit nur einem Walzenstuhl wurde das Mahlgut zur besseren Ausbeute zwei- bis dreimal gemahlen. Dazu musste das Mahlgut wieder nach oben gebracht werden. Ganz früher musste das Produkt nach oben getragen werden, später mit Flaschenzug, dann Aufzug, und erst danach gab es Elevatoren. Heute werden die Produkte fast nur noch pneumatisch, durch Luftförderung, nach oben bewegt.«



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Artikel vom 21.07.2011 - 13.02 Uhr
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