»Jeder hat Fähigkeiten, die unserer Schule nützen«
Ortenberg-Selters (arc). Kinder morgens abliefern, und die Schule macht den Rest? Fehlanzeige bei der Freien Schule Wetterau. Schüler, Eltern und Schule arbeiten eng verzahnt, kennen sich persönlich und bilden so eine effektive Gemeinschaft.
Auf dem Gelände der Freien Schule (im Hintergrund) lassen sich die Gäste der Jubiläumsfeier ihre Steinofenpizza schmecken. (Fotos: Stephan)
Dieses Konzept der freien Pädagogik und der Elternarbeit stellte der Verein Freie Schule Wetterau an seinem fünften Geburtstag am letzten Samstag vor.
In die Praxis umgesetzt wurde das Konzept vor drei Jahren in Form einer anerkannten Grundschule. Im nächsten Jahr kommt noch eine Förderstufe hinzu. Die Schülerzahl wächst dann von 24 auf 34, erzählt die Vorsitzende des Vereins Sabine Grohmann nicht ohne Stolz. Laut Schulvertrag sind die Eltern verpflichtet, sich in den Verein einzubringen. »Jeder hat Fähigkeiten, die unserer Schule nützen«, weiß Grohmann. Da spielt es keine Rolle, ob die Eltern eine Arbeitsgemeinschaft wie Nähen, Bauen, Handarbeit, Musik oder Theater für die Schüler anbieten, ob sie die Bücherei stundenweise betreuen oder in der Verwaltung die Presse- oder Öffentlichkeitsarbeit übernehmen.
Die Kinder entscheiden selbst, was sie in welchem Tempo lernen möchten. Montags besprechen sie ihre Lernziele für die jeweilige Woche mit ihren Lernbegleitern. So können sich die Kleinen auch früh selbst richtig einschätzen und lernen motiviert und ohne Zwang.
Bezeichnend für die Pädagogik der Schule war das Theaterstück, dass die Schüler zum runden Geburtstag ihres Schulvereins aufführten. Ein experimentelles Stück ohne Vorlage, das die Kinder selbst entwickelten und in das sie ihre Ideen einbrachten. Auch das Trommel-Ensemble Tawonga bereicherte das kleine Festprogramm. Auf zwei mit Federn geschmückten Ponys von »Tines Hottehü« konnten die jungen Festgäste ins Grüne um die Schule reiten.
Zum Ausklang der Feier ließ man das vergangene Jahr in Form einer Dia-Schau noch einmal Revue passieren.