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Geht Bierbach-Müller nach Konradsdorf?

Artikel vom 16.01.2010 - 02.00 Uhr

Geht Bierbach-Müller nach Konradsdorf?

Ortenberg (dab). Die frühere Rektorin der Adolf-Reichwein-Schule in Friedberg, Heidelies Bierbach-Müller, ist im Gespräch als stellvertretende Schulleiterin der Gesamtschule Konradsdorf (GSK). Zum 1. Februar könnte sie die Stelle übernehmen, die seit Frühjahr 2009 vakant ist. Der Personalrat ist alles andere als begeistert, weil er ähnliche Probleme wie in Friedberg befürchtet.
Bierbach-Müller war dort Mobbing vorgeworfen worden, weshalb 19 Lehrkräfte Versetzungsanträge gestellt und erst zurückgezogen hatten, nachdem Bierbach-Müller Anfang Mai 2009 von der Schule abgeordnet worden war.

 

In einer Resolution, welche die Personalversammlung der GSK am 9. Dezember beschlossen hat und nun wegen ausbleibender Reaktion von Kultusministerium und Schulamt an die Wetterauer Zeitung weitergeleitet hat, wird Bierbach-Müller zwar nicht namentlich genannt. Dafür ist von einem »Versorgungsfall« die Rede, »unter deren Leitung an ihrer vorhergehenden Schule so viele Konflikte entstanden sind, dass ein großer Teil des Kollegiums die Schule verlassen wollte«. Gut unterrichtete Quellen bestätigten, dass es sich dabei um Bierbach-Müller handelt.

Bei ihrer Personalversammlung am 9. Dezember hatten die Lehrer der GSK erfahren, dass Bierbach-Müller die Vize-Schulleitung übernehmen soll. »Wir fragen uns, wie es das Schulamt verantworten kann, uns eine Stellenbesetzung aufzuzwingen, unter deren Führung der Betriebsfrieden in der vorhergehenden Schule offensichtlich erheblich gelitten hat«, schreiben sie in ihrer Resolution. Sie fordern, »die Stellenbesetzung sofort zurückzunehmen«.

»Versetzung ist eine Fehlentscheidung«

Auch andere Gründe sind es, aus denen das Kollegium die Besetzung der Stelle mit Bierbach-Müller ablehnt. »Sie passt nicht auf die ausgeschriebene Stelle.« Als zentrale Qualifikationen seien die Gestaltung des Stundenplans mit Hilfe des »Untis«-Programms und Kenntnisse im »Lehrer-und-Schüler-Datei«-Programm gefordert worden. Bei beidem verfüge Bierbach-Müller nur über geringe Kenntnisse und wenig Arbeitserfahrung. Auch sei es für eine Gesamtschule mit gymnasialer Oberstufe nötig, dass die neue Kollegin eine Gymnasiallehrerin sei, um den Prüfungsvorsitz im Abitur formalrechtlich zu gewährleisten. Bierbach-Müller sei aber »eine Lehrerin für Haupt- und Realschulen und kann deshalb diese Aufgaben nicht übernehmen«.

»Das Kollegium der GSK hält die beschlossene Versetzung formal, inhaltlich, schulpolitisch und auch rechtlich für eine Fehlentscheidung.« Es sei unverständlich, dass »dieser Personalie« Vorrang gegeben werde von einer Mitbewerberin, welche die Qualifikationen in vollem Umfang erfülle und mit der die Schulgemeinde bereits vertrauensvoll zusammengearbeitet habe.

Die Interessen der GSK würden nicht berücksichtigt, rügen die Lehrer. Schon jetzt sei die Schule benachteiligt: durch extreme Raumnot, erheblichen Fachlehrermangel und Probleme mit der Busanbindung. »Eine weitere Benachteiligung ist nicht hinnehmbar«, so das Kollegium. »Wir sind - trotz unserer geografisch ungünstigen Lage - nicht das Abstellgleis für Versorgungsfälle.«

Das Staatliche Schulamt war am Freitagnachmittag nicht mehr zu erreichen.

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