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Zwei Herzen schlagen für die Fassenacht

Artikel vom 27.01.2010 - 02.00 Uhr

Zwei Herzen schlagen für die Fassenacht

Ober-Mörlen (hau). Als sich Sophia Maria König und Georg Walter Bell im Ober-Mörler Standesamt das Jawort gaben, wurden sie vom Vater des Bräutigams getraut. Zu jener Zeit war nämlich Fritz Bell Bürgermeister und Standesbeamter der Usagemeinde.
Strahlendes Diamantpaar: Georg und Sophia Bell.	(Foto: Hausmanns)
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Strahlendes Diamantpaar: Georg und Sophia Bell. (Foto: Hausmanns)
Auch die kirchliche Trauung durch Pfarrer Narz stand unter einem besonderen Stern: Die Namen der beiden waschechten Ober-Mörler Kinder wurden als erste in das zum halben Jahrhundert frisch angelegte Kirchenbuch eingetragen.

Wenn »Schorsch« Bell und seine Sophie heute nach 60 Jahren Ehe bei guter Gesundheit ihre Diamanthochzeit feiern, können sie mit ihren beiden Kindern, Schwiegerkindern, vier Enkeln und sechs Urenkeln, mit Verwandten, Freunden und Bekannten auf ein ereignisreiches Leben zurückschauen. Wie ein roter Faden zieht sich der ehrenamtliche Einsatz für die gute Sache und die Mitmenschen hindurch.

Nach ihrer Schulzeit machte Sophia Bell eine Schneiderlehre. Sie half in der elterlichen Landwirtschaft, führte neben dem eigenen auch den Haushalt der Schwiegereltern und arbeitete später in Bad Nauheim unter anderem im Kaufhaus Weyrauch und im Elisabethhaus. Georg Bell erlernte den Beruf des Heizungsmonteurs bei der Firma Imhof in Bad Nauheim. Fast 50 Jahre stand er bis zu seinem Ruhestand in deren Diensten, unterbrochen nur durch den unfreiwilligen Reichsarbeitsdienst in Österreich.

Das 83-jährige Jubelpaar liebt die Arbeit im Garten, die Diamantbraut vor allem die Blumen, Georgs Hobby sind die Obstbäume.

Vor allem aber sind beide mit Leib und Seele Vereinsmenschen. Schorsch Bell ist seit über 60 Jahren Mitglied im Gesangverein Eintracht, im Sportverein und in der IG Metall. Fast 60 Jahre gehört er der SPD an und 20 Jahre war er sozialdemokratischer Abgeordneter im Gemeindeparlament. Der Feuerwehr gehört er seit nahezu 35 Jahren an und seit vielen Jahren auch dem Obst- und Gartenbauverein. Die zentrale Vereinsheimat des Jubelpaars freilich ist die 1. Karnevalsgesellschaft Mörlau.

Zusammen bringen es die Urgesteine der Mörlauer Fassenacht auf 112 Jahre Mitgliedschaft in der KG. Über 24 Jahre betreute und trainierte Sophie Bell die Prinzengarde, ebenso lange gehörte sie dem Vorstand an, sie nähte so manches Kostüm, sammelte über 51 Jahre Geld für den Kinderzug und bereitet seit 20 Jahren bis heute mit ihrer »blauen Kolonne« die 30 Kilo Heringe für den Aschermittwoch zu. Georg Bell wurde gleich Elferrat und Beisitzer im Vorstand der KG, er war in der Faschingsbütt zuhause, als Kellermeister, über 15 Jahre als Sänger bei den »KG-Spatzen« und vor 50 Jahren »Prinz der Wetterau«.

Acht Jahre wirkte Georg Bell als KG-Vorsitzender, fünf Jahre als Präsident - heute ist er Ehrenvorstandsmitglied. Es gibt keinen wichtigen Orden auf regionaler wie Bundesebene, den er nicht schon verliehen bekommen hätte, zuletzt mit seiner Frau zusammen den Bürgermeisterorden 2008. Nachdem Schorsch Bell 40 Jahre lang als Zugmarschall den mit 111 Nummern größten närrischen Lindwurm der Wetterau zusammengestellt und dieses Amt nun abgegeben hat, wird er am kommenden Fastnachtssonntag erstmalig mit seiner Frau dem närrischen Treiben ganz entspannt zuschauen und mitfeiern können.

Der zweifelsohne riesigen Gratulantenschar am diamantenen Hochzeitstag schließt sich die Wetterauer Zeitung mit den besten Wünschen für den weiteren Lebensweg an.

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Artikel vom 27.01.2010 - 02.00 Uhr
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