Scheint keine Sonne, wird in Mörlau halt geschunkelt
Die Fußballer(innen) aus dem nahen Fauerbach hatten’s mit Traktor und Wagen über den verschneiten Berg geschafft, die Erschter Nachteulen aus Erbstadt folgten ihnen sowie die Faschingsfreunde aus Melbach und Obbornhofen mit ihrem schön gemachten Hüttengaudi-Wagen. Alljährlich eine Augenweide sind die Wagen der Karnevalisten aus Usingen, der Wetterpiraten aus Ober-Hörgern und der KG Narrenzunft aus Nieder-Weisel. Aus Rosbach waren auch heuer die Hasenspringer gekommen, die Hiesbach-Karnevalisten aus Bad Nauheim und die vom jungen WKV Nieder-Weisel ließen sich ebenfalls bewundern.
Originelle Beiträge kamen aus Wisselsheim mit dem »Bänkster«-Motivwagen zur Bankenaffäre mit dem Motto »Typen, die die Welt nicht braucht«, und vom RFV Ober-Mörlen, der mit einem Casino die leere Gemeindekasse füllen möchte. Zum Protest nutzte der SV Ober-Mörlen den Zug: »Ohne Fußball im SV - dicke Kinder in Mörlau« reimte er und gab sich zuversichtlich: »Totgeglaubte leben länger.«
Die Schweinegrippe hatte der erste Motivwagen des MCC zum Thema, der zweite kam sogar beweglich daher: Mit dem Hammer drosch General Motors auf Opel ein, und beim dritten zerrte man die Frikadellendiebin in Ketten vors Arbeitsgericht, während der Manager mit dem Geldkoffer golfen ging. Alle MCC-Gruppen gaben natürlich ihre Visitenkarte ab, entweder in ihren traditionellen oder auch in Fantasiekostümen von bunt bis dämonisch.
Bannerträger Jens Pfalzgraf kündigte schließlich die Gastgeber an: Immer läuft die KG Mörlau ganz am Schluss, immer auch mit allen verfügbaren Gruppen. Als unbestrittene Attraktionen konnte man wieder einmal einen Motivwagen vorweisen, auf dem der Klimagipfel betont kritisch gewürdigt wurde, und man hatte natürlich die Wintersteingeister dabei: An die 20 der wilden Schwellköppe waren es schon - Tendenz weiter steigend. Mit den Wagen von Prinzenpaar und Elferrat endete der Zug - auch das ist Tradition in Mörlau.