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11.01.2008 - 14.52 Uhr
Ober-Mörlen – "rosige" Idylle, Renaissanceschloss und mehr
Von Frankfurt fährt man auf der A 5 rund 40 Kilometer nach Norden bis
zur Abfahrt Ober-Mörlen. Dann ist man gleich am Ziel. Am Ortseingang
grüßen im Sommer beiderseits der Straße prächtige Rosenfelder.
Ober-Mörlen mit dem Ortsteil Langenhain-Ziegenberg liegt in der
westlichen Wetterau und hat heute etwa 5950 Einwohner.
© Gemeinde Ober-Mörlen
Die Gemeindefläche, die im Westen an den Hochtaunuskreis grenzt, umfasst 3765 Hektar, wovon 42 Prozent bewaldet sind. Die landschaftlich reizvolle Gemarkung mit ihrem Usa-Bach, ihren waldreichen Höhen und Tälern sowie der nahe Taunus machen sie zum idealen Erholungsgebiet. Auch verkehrsmäßig liegt Ober-Mörlen nicht im Abseits. Der Ort ist verbunden mit der B 275 (nach Bad Nauheim und Usingen) und der L 3056 (Richtung Butzbach), er hat einen Autobahnanschluss in der Gemarkung und Busverbindungen nach Bad Nauheim und Friedberg.
Sofort ins Auge fällt in Ober-Mörlen das Schloss, ein Renaissancebau aus dem Jahr 1589. Drinnen arbeitet die Gemeindeverwaltung, draußen auf dem Hof haben die Kinder ihren Spielplatz; im Schlossgarten laden Bänke zwischen Blumen und Springbrunnen zum gemütlichen Plausch ein. Wenige Schritte weiter überragt die katholische Kirche das Gewirr der alten und neuen Gassen und Dächer. Ober-Mörlen hat den Charakter einer von der Landwirtschaft geprägten Gemeinde nicht ganz verloren, obwohl es eine Arbeiterwohnsitzgemeinde geworden ist. Im letzten Jahrzehnt haben sich aber auch zahlreiche Gewerbebetriebe angesiedelt.
Ganz groß geschrieben wird in Ober-Mörlen das Feiern. Zum Jahreslauf gehören vor allem die Fastnacht, aber auch das Dorffest und die Pfarrfeste. In der Fastnachtszeit verwandelt sich Ober-Mörlen in »Mörlau, das Klein-Mainz im Usatal« und wird zum Mittelpunkt echten närrischen Brauchtums in der Wetterau. Über sechzig Vereine sorgen für ein breites Freizeitangebot.
Langenhain-Ziegenberg ist ein beliebter Ausflugs- und Erholungsort im Naturpark Hochtaunus. Auf Spaziergängen durch die herrlichen Wälder holen sich Gäste von nah und fern den gesunden Appetit für ein deftige Mahl in einem der gemütlichen ländlichen Gasthöfe.
1273 werden die Dörfer Langenhain und Ziegenberg urkundlich erwähnt, wahrscheinlich war das Gebiet aber schon in der Bronzezeit besiedelt. Die Römer bauten den Limes mit dem Kastell Langenhain und dem Römerturm auf dem nahen Gaulskopf. Rund 1000 Jahre später wurde das Gebiet von Ober-Mörlen aus wieder besiedelt. Noch zu Luthers Lebzeit wird die Gemeinde evangelisch. Die Teilung der Mörler Mark im 16. Jahrhundert bringt Langenhain-Ziegenberg zu Hessen, während Ober-Mörlen kurmainzisch wird. 1557 erwarb Conrad von Diede vom Fürstenstein Ziegenberg. Ein Nachkomme, Eitel von Diede, erbaute 1757 das Barockschloss Ziegenberg auf einem Felshügel. 1897 kam es in den Besitz der wohlhabenden Frankfurter Familie Passavant-Gontard, die sich bis 1939 diesen idyllischen Sommersitz leistete. Im 2. Weltkrieg brannte das Schloss bis auf die Mauern aus. In den letzten Jahren übernahm ein Privatmann den historisch getreuen Wiederaufbau.
Der Ort hat sich in den letzten Jahren wesentlich gewandelt. Aus einer überwiegend bäuerlichen Siedlung ist eine Gemeinde geworden, deren Bürger zum größten Tell in den nahe gelegenen Städten arbeiten und in der nur noch einige landwirtschaftliche Voll- oder Nebenerwerbsbetriebe zu finden sind.