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NPD-Plakate zerstört: 20-Jähriger soll arbeiten

Artikel vom 09.02.2012 - 15.59 Uhr

NPD-Plakate zerstört: 20-Jähriger soll arbeiten

Ober-Mörlen (lk). Mehrere Wahlplakate der NPD hatte der 20-jährige Devon S. (Name geändert, die Red.) in einer Märznacht 2011 in Ober-Mörlen zerstört. Jetzt musste er sich vor dem Friedberger Amtsgericht verantworten. Das stellte das Verfahren gegen die Auflage von 60 Stunden gemeinnütziger Arbeit ein.

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Supermarkt-Angestellter erbeuten mit Komplizen rund 17000 Euro. (Foto: dpa)
Nach einer kurzen Beweisaufnahme entschieden die Prozessbeteiligten, das Verfahren gegen eine Auflage einzustellen. Devon S. muss in den kommenden drei Monaten 60 Stunden gemeinnützige Arbeit ableisten.

Der junge Mann, der in Friedberg lebt und aktuell ein Freiwilliges Soziales Jahr absolviert, wurde von zahlreichen Freunden zur Verhandlung begleitet. Zu den Vorwürfen der Anklageschrift wollte sich der 20-Jährige nicht äußern. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, im März 2011 gemeinsam mit drei Unbekannten acht NPD-Wahlplakate mittels einer selbstgebauten Teleskopstange, an deren Ende eine Malerwalze befestigt war, von ihrer Befestigung in einigen Metern Höhe geholt und zerstört zu haben. Jedes der Wahlplakate, die in der Usinger Straße angebracht waren, habe einen Wert von rund 20 Euro gehabt, sagte Amtsanwältin Nadine Schadeweg.

»Ich bin von Hundegebell wachgeworden«, erinnerte sich gestern eine 59-jährige Zeugin. Die Ober-Mörlerin, die als Anwohnerin die Sachbeschädigung gesehen und daraufhin die Polizei alarmiert hatte, berichtete, dass vier dunkel gekleidete Personen die Plakate heruntergerissen hätten. Die einzelnen Vandalen habe sie jedoch nicht erkennen können.

Ein Polizist, der in jener Märznacht mit einem Kollegen auf Streife unterwegs war, erzählte, wie er auf Höhe einer Bankfiliale vier junge, dunkel gekleidete Männer angetroffen hatte. »Die rannten in alle Himmelsrichtungen davon«, sagte der 53-Jährige. Über 500 Meter habe er Devon S. verfolgt. »Der hatte eine gute Kondition.« Schließlich sei es ihm gelungen, S. zu stellen. Bei dem 20-Jährigen wurden Pfefferspray und Antifa-Aufkleber gefunden.

René Stahl von der Jugendgerichtshilfe berichtete, dass Devon S. ein gutes Verhältnis zu seinen Eltern habe, auch seine schulische Entwicklung sei unauffällig gewesen.

Richterin Franzke teilte mit, sie sei bereit, das Verfahren gegen eine Arbeitsauflage einzustellen. Verteidiger Markus Alexander Fenske besprach sich mit seinem Mandanten und stimmte zu. Devon S., der 2010 bereits einmal vor Gericht gestanden hatte – er hatte einen Geldautomaten beschädigt – muss 60 Stunden gemeinnützige Arbeit leisten.

Richterin Franzke richtete abschließend mahnende Worte an S.: »Politisch motiviert hin oder her, Sie müssen sich den Respekt vor dem Eigentum anderer bewahren.«

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