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Hansjörg Weckler sammelt Dirigenten

Artikel vom 22.12.2011 - 14.03 Uhr

Hansjörg Weckler sammelt Dirigenten

Ober-Mörlen (hau). »Die hier ist meine Lieblingsfigur« – Hansjörg Weckler nimmt eine stattliche Holzschnitzerei aus der Glasvitrine. »Sie erinnert mich an Winfried Siegler, meinen Ausbilder«, schwärmt Weckler. Seit 1994 gehört die Figur zu Wecklers Sammlung von Dirigentenfiguren aus aller Welt.

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Hansjörg Weckler mit seiner Lieblingsfigur – sie erinnert ihn an seinen Lehrer Winfried Siegler. (Foto: Hausmanns)
Ihren Ursprung nahm Wecklers Sammelleidenschaft aber schon 20 Jahre zuvor. Auslöser war eine Hummelfigur, die zur Weihnacht 1979 der »Liederkranz« Nieder-Weisel seinem Dirigenten zum Abschied nach fünf Jahren »Übergangs-Chorleiter« schenkte. Zeitgleich dankte der Kirchenchor Friedrichsdorf/Burgholzhausen dem Chorleiter mit einem »Mecki« im schwarzen Frack. Auch hier hatte Weckler fünf Jahre zuvor das Dirigentenpult betreten, um den Chor bis zum vergangenen Jahr zu unzähligen Wettbewerbserfolgen zu führen.

Heute sind in Hansjörg Wecklers Dirigenten-Vitrine 99 Prachtexemplare aus aller Welt versammelt. Das jüngste stammt aus dem portugiesischen Wallfahrtsort Fátima, wo Weckler kürzlich den kleinen Engel auflas. Nun hat die Porzellanfigur ihren Stammplatz zwischen kleinen und großen, dicken und dünnen, lächelnden und ernsten Dirigenten eingenommen, Seite an Seite mit himmlischen Heerscharen, Nussknackern, Schneemännern, Elfen, Tierfiguren und Fabelwesen, mit Clowns und Jazzern.

Die einen sind aus Holz geschnitzt, andere aus Stoff, Glas, Keramik, Metall oder Ton gefertigt. Allen gemein ist ihre Aufgabe: Ihrem Chor oder Orchester den guten Ton zu vermitteln. Abzulesen sind die unterschiedlichsten Charaktere und Überzeugungen. »Ein Chorleiter dirigiert eigentlich ohne Stab«, erzählt Weckler vom Unterschied zu Orchesterleitern, von straffen und eher lockeren Typen und dass sich hinter fast jeder Figur, egal ob selbst entdeckt oder geschenkt bekommen, eine Geschichte verbirgt.

Erst Jahre nach den ersten beiden Exemplaren sei er in Buxton auf einen tönernen Dirigenten aufmerksam geworden. »Das war 1986 im Rahmen der Verschwisterung mit Bad Nauheim«, erinnert sich der langjährige Chorleiter der Mörler Spatzen, die der Lehrer an der Frauenwaldschule in Nieder-Mörlen 1975 aus dem im Jahr zuvor von ihm gegründeten Schulchor ins Leben gerufen hatte. Mit der Figur aus England sei dann auch das Sammelfieber ausgebrochen.

»Wo wir hinkamen, haben wir nach Dirigenten geschaut«, erzählen Hansjörg Weckler und seine Frau Marianne. So stießen im Lauf der Zeit Dirigenten aus ganz Deutschland zur Sammlung, aus Kalifornien, Italien oder Portugal. Lange hätten sie beispielsweise nach dem »Borzi« gesucht, wie sie die schön geschnitzte Trachtenfigur tauften, die sie in St. Ulrich entdeckten. Aus Bad Kissingen stammt der schimmernde Aufzieh-Clown. »Den hat uns die Ladenbesitzerin eigens aus ihren heimischen Beständen mitgebracht«, erinnern sich Wecklers. In der Toskana fanden sie einen Dirigenten aus Murano-Glas mit Silber, und auf Rügen den Porzellan-Virtuosen mit Löwengesicht, der zu einer legendären Reihe »tierischer« Musikern zählt. Ein Fotograf soll sie aus Ärger über die »hochnäsigen« Musiker der Dresdener Staatskapelle erfunden haben.



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Artikel vom 22.12.2011 - 14.03 Uhr
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