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Folgen des Blitzeinschlags sind größer als gedacht

Artikel vom 04.08.2010 - 02.00 Uhr

Folgen des Blitzeinschlags sind größer als gedacht

Ober-Mörlen (hau). Eine Woche ist vergangen, seit in Ober-Mörlen »An der Pfingstweide« der Blitz in eine Dachantenne einschlug. Doch erst nach und nach kommt ans Tageslicht, welche Schäden der energiebepackte Lichtbogen im größeren Umkreis angerichtet hat. »Wir sind jetzt zusammengerechnet bei mindestens 50 000 Euro«, berichtet ein Anwohner, »die Erdarbeiten nicht mitgerechnet.«
Im weiten Umkreis um den Blitzeinschlag in eine Antenne »An der Pfingstweide« wird noch immer nach defekten Telefonverteilern ge
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Im weiten Umkreis um den Blitzeinschlag in eine Antenne »An der Pfingstweide« wird noch immer nach defekten Telefonverteilern gesucht. (Foto: Hausmanns)
Seit letztem Dienstag wird im Auftrag der Telekom fieberhaft nach defekten Telefonverteilern gesucht, die bis heute manche Leitung lähmen. Fünf defekte Schaltstellen wurden im Erdreich vor verschiedenen Häusern bereits ausgetauscht. »Das geht auf Kosten des Unternehmens«, weiß ein Anwohner, »allerdings nur bis zur Wiederherstellung der Verbindung bis ins Haus.« Wer bei einem anderen Telefonanbieter sei, müsse von hier ab selbst für die vollständige Reparatur sorgen. Glücklich sei, wer ein Handy besitze, zumal auch fast alle Computer ausgeknockt seien.

Steffens rät: Alles der Versicherung melden

Auch Bürgermeister Sigbert Steffens war mehrfach vor Ort. Sein Rat: alle Schäden gründlich aufnehmen und umgehend der Versicherung melden. Über die schnelle Reaktion der Telekom freue er sich zwar, aber das Unternehmen habe nicht einmal mitgeteilt, dass es die Bürgersteige aufreiße. Immerhin sei die Gemeinde verpflichtet, am Ende die ordnungsgemäße Wiederherstellung abzunehmen. Während die Arbeiten anfangs noch auf einzelne eingereichte Schäden ausgerichtet waren, behandle die Telekom den Fall mittlerweile immerhin als Gesamtschaden, wird aus der Nachbarschaft berichtet. Selbst die Facharbeiter staunten: So etwas hätten sie noch nicht erlebt.

Derweil entdecken Betroffene in mehreren hundert Metern Umkreis immer neue Schäden von der Satellitenschüssel auf dem Dach bis zu Waschmaschine und Heizung im Keller. Einige Urlauber werden noch zurückerwartet. Berichtet wird auch, dass durch die Druckwelle beim Einschlag ein Nachbar, der gerade die Hecke schnitt, in dieselbe geschleudert wurde. Einem anderen hat es einen Eimer Wasser aus der Hand geschlagen.

Überrascht vom Ausmaß der Verwüstung zeigt sich auch die Feuerwehr. Dass es nicht zum offenen Brand kam, führen die Brandschützer auf einen so genannten »kalten Blitz« zurück. Zur Erklärung: Normalerweise werden bei einem Blitz innerhalb kürzester Zeit sehr große Spannungsunterschiede abgebaut - mit Stromstärken bis rund 100 000 Ampere. Schlägt ein Blitz mit relativ niedriger Stromstärke, aber lang andauerndem Strom ein, dann reicht die Zeit aus, um das getroffene Material zu entzünden.

Kalte Blitze können keine Brände auslösen

Kalte Blitze sind kurze Blitze, die nur für wenige Hundertstel oder Tausendstel Sekunden Temperaturen von mehreren Tausend Grad haben. Die Zeit reicht dann nicht aus, um das Material zu entzünden. Es bleibt aber die Gefahr durch die Überspannung im Stromnetz, die durch die zunehmende Vernetzung mit Computern und Telefonanlagen immer größer wird. Ist viel Feuchtigkeit vorhanden, können, ohne dass es zum Feuer kommt, Holzbalken, Dachziegel, Kamine und sogar ganze Dachstühle durch explosionsartig entstehenden Wasserdampf buchstäblich abgesprengt werden.



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Artikel vom 04.08.2010 - 02.00 Uhr
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