Ober-Mörlen (hau). Zwei Jahre ist es her, seit Eckhard Fuss zur Olympiade in Peking radelte - von Athen aus. Am Samstag macht sich der sportliche Mittsechziger wieder auf den Weg durch das Reich der Mitte: über 72 Tage und 4000 Kilometer den Fluss Yangzi entlang gen Osten nach Shanghai.
China-Radler Eckhard Fuss hat auch diesmal einige Pässe zu meistern.
»Durch unzählige Kulturen, Landschaften und Vegetationsstufen vom tibetischen Hochplateau bis zu den Reisfeldern seines Deltas führt der ›Lange Fluss‹ «, erzählt Fuss kurz vor dem Aufbruch. »Am Anfang und Ende dieser Tour steht die Weltmetropole Shanghai, Gastgeber der Expo 2010.«
An den Ausläufern des Himalayas und an der Grenze des tibetischen Kulturraums beginnt die Tour. Nach drei Viertausendern wird der Yangzi das erste Mal an der »Tigersprungschlucht« erreicht, einer der tiefsten Schluchten der Welt. Erster Zwischenstopp ist geplant für die Hauptstadt Naxi. Weiter nach Osten geht es zur Hauptstadt der Yi-Minorität, Xichang, und den buddhistischen Höhlenklöstern von Dazu. Nach den ersten 1700 Kilometern wird Chongqing die mit 30 Millionen Einwohnern bevölkerungsreichste Stadt Chinas erreicht.
Am Mittellauf des Yangzi geht es mit Rad und Linienboot durch die »Drei Schluchten«, bevor die Reise in die Vergangenheit und Zukunft führt: in die 2000 Jahre alte Kultur der Ba und in das quirlige Leben in den modernen Städten. Besonderen Eindruck dürfte dann am Yangzi die größte Staumauer der Welt hinterlassen.
Von Wuhan führt die Tour am Unterlauf entlang durch die chinesische Kornkammer auf historischem Gelände. Dem Lushan, der in Chinas Revolutionsgeschichte einen wichtigen Platz einnimmt, wird Fuss ebenso seine Aufwartung machen wie dem heiligen Berg Jiuhua Shan und der Chinesen liebstem Ausflugsberg, dem Huangshan. Das Trio wird in Wuyuan eine der architektonisch schönsten Handelsstädte und nach der Besichtigung der malerischen »Wasserstädte« Wuzhen und Xitang das Ziel erreichen.
8 Den WZ-Lesern wird Eckhard Fuss am Ende der drei Teilabschnitte Ober-, Mittel- und Unterlauf des Yangzi »live« berichten. (Foto: pv)